Kölner Staatsrechtler Christoph Schönberger: Amtsübernahme der neuen Minister ohne Vereidigung durch den Bundestag\“rein juristisch betrachtet ein Verfassungsbruch\“

Noch vor einigen Jahren sei bei der Ernennung der damaligen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in der Sommerpause genauso verfahren worden.\“Geld ist kein verfassungsrechtliches Argument\“, so Schönberger. Die Mehrheit der Verfassungsrechtler in Deutschland sei jedoch der Meinung, dass trotz des Verfassungsbruchs die Minister praktisch tätig werden, und etwa Unterschriften leisten könnten, die dann auch rechtliche Gültigkeit besäßen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe bei der Ernennung der neuen Minister durchblicken lassen, dass er mit dem aktuellen Verfahren unzufrieden sei, indem er davon gesprochen habe, dass er lediglich zur Kenntnis nehme, dass die neuen Minister den Eid in der ersten Sitzung des Bundestages nach derSommerpause nachholen wollten.\“In den Verhältnissen bundespräsidialer Kommunikation ist das eine sehr deutliche Distanzierung des Bundespräsidenten\“. Steinmeier habe durch seine Formulierungen klar gemacht,\“dass er diesen Weg nicht für richtig hält\“, so Schönberger.
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