Kommentar zum Rücktritt der Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson

Das Problem ist aber mit dieser einen personellen Konsequenz nicht aus der Welt. Die Senatorin ist nun wirklich nicht allein dafür verantwortlich gewesen, dass Fördersummen auf unverantwortliche Weise bewilligt worden sind. Die Lage ist zu ernst, derart hemdsärmelig vorzugehen – aus welchen Motiven auch immer.
Es gibt in Berlin viele gemeinnützige Organisationen, die in der Lage sind, mit etwas finanzieller Unterstützung wertvolle Projekte gegen Antisemitismus zu realisieren. Sie sollten sicher sein dürfen, dass sie eine faire Chance erhalten, gute Ideen gefördert zu bekommen. Sie sollten nicht das Gefühl haben müssen, dass ohne Beziehungen nichts läuft.
Es ist tragisch, dass nun vorerst jeder, dem die dringend notwendige Bekämpfung des Antisemitismus nicht passt, Projekte leicht und pauschal wird verdächtigen können, dass sie ihr Geld angeblich unrechtmäßig erhalten hätten. Dass die CDU die begangenen Fehler selbstkritisch einräumt, wäre das Mindeste, was man von einer Partei erwarten darf, deres wirklich darum ginge, dass Jüdinnen und Juden irgendwann in Berlin und Deutschland angstfrei leben können. Denn im Moment ist das leider nicht der Fall.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Contentvon: nd.DerTag / nd.DieWoche,übermittelt durch news aktuell
Categories: Allgemein
No Responses Yet
You must be logged in to post a comment.