Kassenärztechef: Gesundheitswesen nach fast vier Jahren Ukraine-Krieg\“nicht ansatzweise\“auf Angriff mit vielen Opfern vorbereitet / KBV hat mit ukrainischen Kollegen beraten

Und auch wenn der KBV-Chef die Sanitätseinheiten der Bundeswehr für fachlich und technisch gut aufgestellt hält:\“Als kriegstüchtig wäre unser gesamtes Gesundheitswesen, wie wohl das ganze Land, bestimmt nicht zu bezeichnen\“, sagte er.
Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine schon im März 2024 ein Gesetz angekündigt, um die medizinische Versorgung in Deutschland\“auch für eventuelle militärische Konflikte besser aufzustellen\“. Dazu ist es bis heute nicht gekommen.Über konkrete Pläne von Lauterbach-Nachfolgerin Nina Warken (CDU) ist nichts bekannt.
Besonders großen Handlungsbedarf sieht Gassen beim Schutz der Infrastruktur.\“Wobei wir alle blank sind, das ist die hybride Kriegsführung, etwa wenn die Versorgung mit Strom oder Wasser unterbrochen würde. Also wo gibt es – neben den Kliniken – Standorte mit ausreichend Stromgeneratoren und Wasserversorgung, die autonom versorgt wären?\“, sagte der KBV-Chef.
Die meisten niedergelassenenÄrzte in Deutschland wären für einen Einsatz in Kriegsgebieten\“kaum zu gebrauchen\“und müssten auch die normale Versorgung so gut es geht weiter leisten, sagte Gassen, der selbst Notfallarzt war, weiter.\“Aber womöglich könnten Reservisten aus den Kliniken im Verteidigungsfall einberufen werden. Wer könnte sie dann im Krankenhaus ersetzen?\“Seine Anregung:\“Ein bundesweites, gegebenenfalls freiwilliges Register mit allen relevanten Informationen darüber, welcher Mediziner in einem solchen Fall wo und wofür eingesetzt werden könnte, wäre vielleicht sinnvoll.\“
Die Kassenärztlichen Vereinigungen seien gerade dabei, einen einheitlichen Kenntnisstand zu erarbeiten.\“Wir stehen hierzu im Austausch mit der Bundeswehr und hatten vor wenigen Tagen Kollegen aus der Ukraine bei uns, um von ihren Erfahrungen zu lernen\“, berichtete der KBV-Chef in der\“NOZ\“.\“Es ging um harte Fragen: Was passiert, wenn die erste Bombe fällt? Dann geht es nicht allein um die Versorgung Verletzter. Es kommt ja auch die Zerstörung der Infrastruktur hinzu.\“Besonders eindrücklich seien die Schilderungen der ukrainischen Kollegen darüber gewesen,\“dass Russland neben der Zivilbevölkerung und der Infrastruktur für Energie und Wasser auch gezielt Kliniken und Mediziner angreift.\“
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