Ein Hardliner als Gesundheitsminister / Standpunkt von nd.DerTag

Nun wird Carsten Linnemann auf diesen Stuhl gesetzt. Im Gegensatz zu Warken muss er bis zum Ende der Legislatur nicht nur sparen, sondern auch gestalten und integrieren. Teil zwei der GKV-Reform steht auf der Tagesordnung, für Ende des Jahres ist der zweite Bericht der Expertenkommission angekündigt. Hinzu kommen Reformen in Primärversorgung, Pflege, Notfallversorgung. Die Arbeit fängt eigentlich erst an. Pflichtgemäß wird dem CDU-Politiker von allen Seiten gratuliert. Anzurechnen ist ihm in diesem Feld bisher nur, dass er es in den Koalitionsverhandlungen verantwortet hat.
Wirtschaftspolitisch steht er für weniger Staat und Entlastung der Unternehmen – das könnte der Pharmaindustrie und Klinikmanagern gefallen. Sozialpolitisch gilt er als Hardliner. Nun ist die Frage, wie er im neuen Ressort die Schwerpunkte setzt, zwischen den Interessen von Patienten, medizinischem Mittelstand und abhängig Beschäftigten etwa in der Pflege. Politiker und Verbandsvertreter wünschen ihm dabei eine glückliche Hand. Reichen wird das nicht.
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