Vom Außenseiter zur Stimme seiner Kameraden: Wie Saad Chahrrour die Bundeswehr durch sein Wirken prägte–und Soldaten heute mit dem Soldatenhilfe e.V. den nötigen Halt gibt
Während seiner ersten Tage bei der Bundeswehr ernährte er sich fast nur von Reis, weil ihm niemand zuhörte – am Ende stand er für sein Land als respektierter Soldat Spalier und galt unter seinen Kameraden als\“gewählte Person des Vertrauens\“: Saad Chahrrours Geschichte unterstreicht nicht nur, was möglich ist, wenn man für sich und andere einsteht. Sie zeigt vor allem, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt. Wie er seine ehemaligen Kameraden unter dieser Prämisse bei nahezu allem unterstützt und was ihn dabei antreibt, lesen Sie hier.
Sie wollen ihrem Land dienen, ihre Familie stolz machen und verteidigen, was ihnen am Herzen liegt: Jeden Tag riskieren Soldaten der Bundeswehr sowohl ihre Gesundheit als auch ihr Wohlbefinden– allerdings nicht immer nur im direkten Einsatz, sondern oft genug auch im Zusammenhang mit völlig alltäglichen Dingen des Soldatenlebens. So sind es auch die langen Trennungen von ihren Geliebten, ständige Versetzungen oder sogar vermeintlich harmlose bürokratische Angelegenheiten, die ihnen teils immense Sorgen bereiten: Wie soll ich Beruf und Privatleben unter einen Hut bringen? Wie läuft das eigentlich mit meinen Steuern und Versicherungen? Wem kann ich mich bei sensiblen Themen anvertrauen? Fragen über Fragen, mit denen sich Soldaten nur allzu oft alleingelassen fühlen.
Ähnlich ging es auch Saad Chahrrour – wenngleich seine persönlichen Hürden zunächst mehr mit seinem religiösen Hintergrund zu tun hatten. Als Sohn syrischer Einwanderer legte er dabei schon immer großen Wert auf das Thema Integration.\“Speziell meine Mutter betrieb viel Vereins- sowieÖffentlichkeitsarbeit und engagierte sich ehrenamtlich. Nach ihrem Tod wollte ich mich auf ähnliche Weise für Deutschland einsetzen und meine Kompetenzen nutzen, um für hilfsbedürftige Menschen einen ähnlich positiven Einfluss zu haben – vor allem in meinem direkten Umfeld innerhalb der Bundeswehr\“, erklärt Saad Chahrrour hierzu. So absolvierte der junge Rekrut aus Hessen seine Grundausbildung in einer Kaserne in Bad Reichenhall – und avancierte im Laufe seiner Karriere zum Sprachrohr und vertrauensvollen Ansprechpartner seiner Kameraden. Den Grundstein dafür legten einige seiner individuellen Herausforderungen und wichtige Erkenntnisse im Gespräch mit anderen Soldaten.
Raum für religiöse Entfaltung: So verdeutlichte Saad Chahrrour, wie schwierig und zugleich wichtig es ist, Probleme an der Wurzel zu packen
Während das Verteidigungsministerium nach einer Studie aus 2023 von circa 3.000 Muslimen im aktiven Militärdienst spricht, gab die Deutsche Islamkonferenz ihre Anzahl auf Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Zuge einer Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste im Jahr 2019 mitetwa 1.500 an. Zwar mögen die Schätzungen auch wegen der fehlenden Verpflichtung von Bundeswehrsoldaten, ihre Religionsangehörigkeit anzugeben, auseinandergehen – die Erkenntnis daraus ist jedoch ungeachtet der tatsächlichen Anzahl die gleiche: Unter den etwas mehr als 180.000 aktiven Soldaten der Bundeswehr bleiben Muslime deutlich in der Minderheit. Ein Umstand, der bis heute Probleme und Herausforderungen mit sich bringt, die eigentlich längst keine mehr sein dürften:\“Zuerst fiel mir auf, dass es weit und breit keinen ruhigen Ort zum Beten gab. Ebenso schnell wurde mir aber klar, dass die Schwierigkeiten hier gerade erst anfingen\“, erinnert sich Saad Chahrrour.
Denn nachdem die Gebetsfrage zwar ein paar Beschwerden und einige schiefe Blicke der Vorgesetzten hervorgerufen hatten, konnten diese aber später zu Saad Chahrrours Zufriedenheit geklärt werden. Seine Bitte um Verpflegung ohne Schweinefleisch stieß hingegen lange auf taube Ohren. Nach schier endlosen, kräfteraubenden Tagen im Feld durften sich seine Kollegen stets über stärkende Mahlzeiten freuen – auf Saad Chahrrour, einziger Moslem der Kompanie, wartete hingegen nur trockener Reis.\“Es dauerte nicht lange, bis ich mehr als zehn Kilo abgenommen hatte\“, erzählt er.\“Einfach hinnehmen konnte ich das nicht.\“Also kämpfte er weiter, bis man ihm und seinen Kameraden gleichwertige Alternativen zur Verfügung stellte.
Den Respekt anderer Soldaten und aller Menschen um sich herum verschaffte er sich allerdings nicht nur durch seinen unermüdlichen Einsatz für Angelegenheiten, die ihm wichtig sind. Denn trotz religiöser Hürden fügte er sich schnell in das Gesamtgefüge ein, brach beständig und scheinbar mühelos sämtliche Rekorde seiner Einheit der Gebirgsfernmelder und legte mit voller Entschlossenheit eine beachtliche Karriere hin: Im Anschluss an seinen ohnehin bereits verlängerten Freiwilligen Wehrdienst verpflichtete sich Saad Chahrrour für weitere acht Jahre. Nach mehreren Einsätzen, unter anderem im Kosovo als Lagermaterialbeschaffer und im Crowd-Riot-Control-Trupp sowie der Beförderung zum Personaloffizier folgte schließlich eine Tätigkeit in der zivilen Verteidigung im öffentlichen Dienst.
Herausforderungen im Soldatenalltag: Dank des Soldatenhilfe e.V. von Saad Chahrrour bleibt niemand damit allein
\“Für mich waren das auch Jahre der Erkenntnis: Im Laufe der Zeit stellte ich immer deutlicher fest, dass sich all die Herausforderungen im Soldatenalltag keineswegs nur auf religiöse Fragen oder vergleichsweise außergewöhnliche Einzelfälle beschränken\“, verrät Saad Chahrrour.\“Nein, jeder meiner Kameraden hatte sein Paket zu schleppen– erst durch den direkten Austausch darüber mit einigen von ihnen wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, sich beim Tragen helfen zu lassen.\“So schloss er sich mit anderen ehemaligen Soldaten zusammen, um genau hierfür gemeinsame Ideen zu entwickeln.
\“Daraus entstand letztendlich unser Soldatenhilfe e.V.: Zusammen mit wichtigen Partnern und Freunden greifen wir den Kameraden bei allem unter die Arme, wo sie unsere Hilfe benötigen – von klassischen Themen wie Umzugskosten oder Kindergeld bis hin zu komplexen Bereichen wie psychologischen Fragen, steuerlichen Hürden oder versicherungstechnischen Herausforderungen\“, erläutert Saad Chahrrour.\“Entscheidend sind hierbei neben der persönlichen Erfahrung der ehemaligen Soldaten auch ein mittlerweile umfassendes Netzwerk an Experten für die unterschiedlichsten Angelegenheiten sowie eine enge Zusammenarbeit mit der Bundeswehr.\“Bei Soldatenhilfe e.V. findet sich damit zu jedem Thema der passende Ansprechpartner.
\“Selbstverständlich legen wir dabei in jedem Fall größten Wert auf Anonymität, Neutralität und Diskretion – unter anderem durch eine benutzerfreundliche Chatfunktion, die problemlos auf jedem Smartphone nutzbar ist\“, betont Saad Chahrrour. Auf dieser Basis arbeiten die erfahrenen Berater des Soldatenhilfe e.V. bereits intensiv mit Soldaten in den unterschiedlichsten Lebenslagen zusammen.
Sie sind Soldat und wünschen sich gleichermaßen unkomplizierte wie diskrete Unterstützung bei bürokratischen, rechtlichen oder persönlichen Themen? Dann melden Sie sich jetzt bei Saad Chahrrour und erfahren Sie mehr über das Angebot des Soldatenhilfe e.V. (https://www.soldatenhilfe.de/)!
Pressekontakt:
Soldatenhilfe e.V.
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info@soldatenhilfe.de
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