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VDI prämiert herausragende Abschlussarbeiten der Hochschule Osnabrück

 

Der VDI-Bezirksverein Osnabrück-Emsland hat vier herausragende Abschlussarbeiten der Hochschule Osnabrück ausgezeichnet. „Ob die Rettung der landwirtschaftlichen Produktion, die Modernisierung der Lehre, die Verbesserung der medizinischen Versorgung oder das Aufbrechen veralteter Geschichtsbilder – diese Arbeiten beweisen eindrucksvoll, wie praxisnah und zukunftsorientiert das Studium an der Hochschule Osnabrück ist“, betonte die VDI-Vorstandsvorsitzende Prof. Angela Hamann-Steinmeier bei der Preisverleihung.Beste Masterarbeit: Beitrag zur Lösung eines jahrhundertealten AgrarproblemsAchmed El‑Etri, Absolvent des Masterstudiengangs „Angewandte Nutztier- und Pflanzenwissenschaften“, erhielt den VDI‑Preis für die beste Masterarbeit. Darin hat er sich mit der Bekämpfung der Quarantäneerkrankung Kartoffelkrebs auseinandergesetzt. Dieser wird durch einen hartnäckigen Pilz ausgelöst, dessen Sporen jahrzehntelang im Boden überleben.Die Arbeit war eingebunden in das Forschungsprojekt„SYNergie“ der Hochschule Osnabrück und des renommierten Julius-Kühn-Instituts. Das Projektteam entwickelte ein neues Verfahren, das die mit Pilzsporen belastete Kartoffelerde mithilfe von Branntkalk desinfiziert. Im Fokus der Masterarbeit stand die konkrete Optimierung dieses Prozesses unterrealen Praxisbedingungen. El-Etri untersuchte dafür präzise, wie Wassergehalt der zu behandelnden Erden, Mischintensität und organische Anteile den Kalkbedarf beeinflussen. Die Ergebnisse des ausgezeichneten Absolventen liefern ein praxistaugliches Modell, das die Kosten der Erdreinigung von 40 Euro auf unter zwei Euro pro Tonne senkt.Mit Biotests und neu entwickelten, hochpräzisen Gen-Analysen (sogenannten qPCR-Tests) hat das Julius-Kühn-Institut bestätigt, dass die behandelten Sporen nicht mehr ansteckend sind. Damit steht der Praxis eine umweltfreundliche und zugleich preiswerte Lösung für ein jahrhundertealtes Problem zur Verfügung, um die Kartoffelproduktionabzusichern.Beste Bachelorarbeit: Erweiterte Simulations-Software für die IngenieurausbildungDer erste Preis für herausragende Bachelorarbeiten ging an Daniel Mendricks. Der Maschinenbau-Absolvent hat das Lehrprogramm namens „Exp*FEM“ für die Ingenieurausbildung umfassend weiterentwickelt. Das Programm vermittelt Studierenden die Finite-Elemente-Methode – ein Verfahren, mit dem sich das Verhaltenvon Bauteilen unter Belastung berechnen lässt. Die Arbeit erweitert das Programm um die realitätsnähere Darstellung veränderlicher Belastungen sowie unterschiedlicher Lagerungs- und Verbindungssituationen.Der Absolvent hat die neuen Funktionen sorgfältig überprüft und mit einem kommerziellen Berechnungsprogramm verglichen. Mendricks‘ Erweiterungen bilden nun die Basis des Lehrprogramms.Zweiter Preis: Smarter Sensor zur Unterstützung von Menschen mit DiabetesMoritz Kampe, ebenfalls Absolvent des Maschinenbaus, erhielt den zweiten Förderpreis. Er entwickelte eine kostengünstige, mit Sensoren ausgestattete Schuheinlage, die fortlaufend den Fußdruck von Menschen mit Diabetes misst. Da es auf dem Markt keinen passenden Sensor gab, entwarf und baute der angehende Ingenieur den biegsamen Drucksensor einfach selbst. Er stimmte ihn genau auf das Gewicht eines menschlichen Fußes ab und webte ihn direkt in den Stoff der Einlegesohle ein. Ergänzt wird das System durch eine winzige, selbst entwickelte Elektronik-Platine und ein Computerprogramm, das die Messwerte sofort auswertet und auf einem Bildschirm anzeigt.Für dieses Projekt hat Kampe tiefes Fachwissen aus der Textiltechnik, Elektronik, Informatik und Materialwissenschaft kombiniert – ein Paradebeispiel für moderne, fachübergreifende Ingenieurarbeit. Die smarte Einlegesohle hat das Interesse von Arztpraxen und dem Osnabrücker Healthcare Accelerator (OHA) geweckt; erste Gespräche über die Gründung eines eigenen Start-ups laufen bereits.Dritter Preis: Vergessene weibliche Perspektiven historisch sichtbar machenStina Föhrder und Marie Thiele erhielten eine Auszeichnung für ihre gemeinsame Bachelorarbeit. Die beiden Absolventinnen des Studiengangs „Media&Interaction Design“ haben ein interaktives Ausstellungsexponat entwickelt, das Museumsgästen einen völlig neuen Blick auf die Geschichte ermöglicht.Ihr Projekt„Die Welt germanischer Frauen“ hinterfragt die klassische, oft sehr männlich geprägte Geschichtsschreibung. Da es nur wenige direkte Funde oder Berichte über germanische Frauen gibt, haben die beiden Designerinnen historische, archäologische und medienwissenschaftliche Erkenntnisse geschicktmiteinander verknüpft. Sie untersuchten alte Rollenbilder und machten die Lücken in der Geschichtsforschung sichtbar. Durch ihr interaktives Exponat kann das Publikum die Lebenswelt der Germaninnen neu erleben und Vorurteile kritisch hinterfragen – ein gelungenes Beispiel dafür, wie interdisziplinär geprägtes Interaction Design gesellschaftliche Debatten anstoßen kann.Zum HintergrundDer VDI-Förderpreis wird jährlich an besonders innovative und praxisrelevante  Abschlussarbeiten der Absolvent*innen der Hochschule Osnabrück im technischen Bereich vergeben. Ziel ist es, talentierte Nachwuchskräfte zu fördern und deren Leistungen einer breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Posted by on 9. Oktober 2026.

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Categories: Allgemein

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