Handwerk wächst im ersten Halbjahr weiter

Die Zahl der Mitgliedsbetriebe im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen, Zollernalbkreis ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gestiegen. Zum 30. Juni waren 14.073 Betriebe in der Handwerksrolle und im Verzeichnis der zulassungsfreien sowie handwerksähnlichen Gewerbe eingetragen. Zum Jahresbeginn waren es 13.990 Betriebe. Damit ergibt sich unter dem Strich ein Plus von 83 Betrieben.Das Handwerk im Kammerbezirk zeigt sich weiterhin gründungsstark und beweglich“, sagt Richard Schweizer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter Recht und Handwerksrolle der Handwerkskammer Reutlingen. „793 Zugänge in nur sechs Monaten sind ein deutliches Signal. Gleichzeitig dürfen wir nicht übersehen, dass dem 710 Abgänge gegenüberstehen. Die Statistik zeigt also Wachstum, aber auch eine hohe Fluktuation in einzelnen Gewerken.“ Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den zulassungsfreien Gewerken. Hier stieg die Zahl der Betriebe von 3.377 auf 3.506. Den 285 Abgängen standen 414 Zugänge gegenüber. „Gerade indiesem Bereich sehen wir eine starke Gründungsdynamik“, so Schweizer. Besonders deutlich wird dies bei den Gebäudereinigern: 219 Zugänge ließen den Bestand trotz 128 Abgängen von 983 auf 1.074 Betriebe steigen. Auch die Fotografen legten zu. Mit 67 Zugängen und 45 Abgängen erhöhte sich ihre Zahl von 663 auf 685 Betriebe.Auch bei den handwerksähnlichen Gewerken fällt die Halbjahresbilanz positiv aus. Die Zahl der Betriebe stieg von 1.623 auf 1.648. Hier gab es 130 Zugänge und 105 Abgänge. Besonders die Bodenleger entwickelten sich positiv: Mit 40 Zugängen und 23 Abgängen wuchs ihre Zahl von 265 auf 282 Betriebe. Nicht überall zeigt sich jedoch ein Aufwärtstrend. Beim Einbau von genormten Baufertigteilen sank die Zahl trotz 43 Zugängen leicht von 768 auf 767 Betriebe, da 44 Abgänge zu verzeichnen waren.Rückläufig entwickelte sich dagegen die Zahl der zulassungspflichtigen, also meisterpflichtigen Gewerke. Sie ging im ersten Halbjahr von 8.990 auf 8.919 Betriebe zurück. In diesem Bereich standen 249 Zugänge insgesamt 320 Abgängen gegenüber. „Der Rückgang bei den zulassungspflichtigen Gewerken ist ein Punkt, den wir sehr genau beobachten“, sagt Schweizer. „Dort geht es häufig um besonders qualifikationsintensive Betriebe, um Betriebsnachfolgen und um Fachkräftefragen. Dass der Bestand insgesamt leicht sinkt, ist deshalb kein Nebenaspekt.“ Trotz des Rückgangs gab es auch in den meisterpflichtigen Gewerken positive Entwicklungen. Bei den Elektronikern stieg die Zahl der Betriebe von 881 auf 894. 50 Zugängen standen 37 Abgänge gegenüber. Auch dieFriseure legten leicht zu: Mit 42 Zugängen und 36 Abgängen erhöhte sich der Bestand von 1.010 auf 1.016 Betriebe. Bei den Kfz-Betrieben stieg die Zahl von 816 auf 824 Betriebe. Zudem kam ein Kläranlagenbauer hinzu, sodass dieses Gewerk nun 33 Betriebe zählt.„Die Halbjahreszahlen sind insgesamt erfreulich, weil das Handwerk im Kammerbezirk weiter wächst“, fasst Schweizer zusammen. „Sie zeigen aber auch, dass Wachstum nicht in allen Bereichen gleichmäßig stattfindet. Während zulassungsfreie und handwerksähnliche Gewerke zulegen, geraten die zulassungspflichtigen Gewerke leicht unter Druck. Für uns bleibt deshalb entscheidend, Betriebe bei Gründung, Qualifikation, Nachfolge und rechtlichen Fragen verlässlich zu begleiten.“
Posted by on 8. Oktober 2026.
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