Testamentsvollstrecker – Fluch oder Segen? Warum die richtige Wahl entscheidend ist
Klingt gut – ist es auch. Vorausgesetzt, man macht bei der Wahl des Testamentsvollstreckers nicht einen der häufigsten Fehler: Man setzt jemanden ein, der dieser Aufgabe schlicht nicht gewachsen ist.
Was ein Testamentsvollstrecker leisten kann
Richtig eingesetzt ist ein Testamentsvollstrecker ein echter Problemlöser:
• Er sorgt für eine sachliche Abwicklung des Nachlasses.
• Er bewahrt Erbengemeinschaften vor Eskalationen.
• Er schützt Minderjährige und Menschen mit Behinderung.
• Er übernimmt die Kommunikation mit Behörden, Banken und Gerichten.
• Er kann den Nachlass über Jahre verwalten – z.?B. bei Immobilien oder Unternehmen.
Gerade bei größeren Vermögen oder zerstrittenen Familien ist das oft die einzig sinnvolle Lösung.
Und was passiert, wenn man den Falschen erwischt?
Leider erlebe ich in meiner Praxis auch das Gegenteil. Aktuell betreue ich eine Erbangelegenheit, in der der Erblasser – wohl aus persönlicher Verbundenheit – seinen Bankberater zum Testamentsvollstrecker bestimmt hat. Ohne juristische Ausbildung, ohne Erfahrung in Nachlasssachen und ohne Überblick über die tatsächlichen Pflichten, hat dieser das Amt angenommen. Vermutlich in der Hoffnung auf ein gutes Honorar.
Seitdem ist Chaos angesagt: Fristen werden versäumt, Erben werden übergangen, Nachlasswerte nicht gesichert. Statt Probleme zu lösen, schafft der Testamentsvollstrecker ständig neue. Es ist für alle Beteiligten eine Zumutung – und kaum noch zu retten.
Gute Testamentsvollstrecker erkennt man an ihrer Qualifikation
Die Tätigkeit als Testamentsvollstrecker ist anspruchsvoll. Es geht um Vermögenswerte, juristische Feinheiten und nicht zuletzt um das Vertrauen der Erben. Deshalb gibt es für diese Aufgabe mittlerweile auch zertifizierte Zusatzausbildungen. Ich selbst bin ausgebildeter und zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT).
Wenn Sieüber eine Testamentsvollstreckung nachdenken, achten Sie bitte nicht nur auf persönliche Nähe, sondern auch auf fachliche Kompetenz. Nur so kann der Vollstrecker wirklich das tun, wofür er gedacht ist: Den letzten Willen geordnet umsetzen – im Sinne aller Beteiligten.
Fazit:
Ein guter Testamentsvollstrecker kann Familienfrieden sichern, Streit vermeiden und den Nachlass professionell abwickeln. Ein schlechter hingegen bringt Unsicherheit, Frust und oft jahrelange Auseinandersetzungen.
Wer klug vorsorgt, wählt bewusst – und qualifiziert.
Mehr Informationen und Beratung aufwww.in-ruhe-gehen.de
Ich biete regelmäßig kostenlose Online-Infoveranstaltungen zu Themen der Nachlassplanung an.
Categories: Allgemein
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