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Staatsgarantie für argentinisches Fracking-Gas: Deutsche Umwelthilfe und urgewald fordern klare Absage durch die Bundesregierung

 


– Deutscher Staatskonzern SEFE würde voraussichtlich von finanzieller Absicherung für LNG-Exportterminal in Argentinien über eine ungebundene staatliche Finanzkreditgarantie profitieren
– Angekündigter LNG-Liefervertrag bedroht Anwohnende und lokale Fischerei durch massive Luft- und Wasserverschmutzung – nach Ansicht von DUH und urgewald nicht mit deutschem Lieferkettensorgfaltsgesetz vereinbar und Bruch internationaler Vereinbarungen
– Umweltorganisationen fordern Moratorium auf neue LNG-Lieferverträge und klare Absage jeglicher staatlichen Förderung des umstrittenen LNG-Terminals in Argentinien

Wie aus einer Schriftlichen Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht, hat ein deutsches Unternehmen Ende Januar 2026 eine Voranfrage für eine Staatsgarantie zur finanziellen Absicherung eines LNG-Exportterminals in Argentinien gestellt. Sogenannte ungebundene Finanzkreditgarantien (UFK-Garantien) sichern Kreditgeber von Rohstoffvorhaben im Ausland gegen politische und wirtschaftliche Risiken ab. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und urgewald fordern die Bundesregierung auf, einer solchen Staatsgarantie eine klare Absage zu erteilen. Die Umweltverbände warnen davor, dass die Garantie einen Deal des deutschen Staatskonzerns Securing Energy for Europe (SEFE) absichern könnte. SEFE hat im Dezember 2025 eine Absichtserklärung zum Abschluss eines LNG-Liefervertrags mit der argentinischen Unternehmensgruppe Southern Energy verkündet. Die Umweltorganisationen kritisieren scharf, dass SEFEs Absichtserklärung die argentinische Regierung darin unterstützt, den massiven Fracking-Ausbau im patagonischen Gebiet VacaMuerta zu Lasten von Umwelt und Menschenrechten voranzutreiben.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:\“Seit 2022 haben deutsche Unternehmen neue Lieferverträge über 286 Millionen Tonnen LNG abgeschlossen, wovon allein 108 Millionen Tonnen auf SEFE entfallen. Es ist bereits jetzt höchst unsicher, ob wir dieses Gas überhaupt abnehmen können, denn der Gasbedarf sinkt. Dass SEFE mit einem neuen Liefervertrag ausgerechnet die Ausweitung des Frackings in Vaca Muerta unterstützen will, obwohl wir dieses Gas gar nicht brauchen, hat mit Versorgungssicherheit nichts zu tun. Was in Argentinien derweil für unser Gas passiert, ist verheerend: Indigene Gemeinschaften wie die Mapuche werden von ihrem angestammten Land verdrängt, Luft undWasser werden verpestet und die lokale Landwirtschaft und Fischerei gehen zugrunde. Die Bundesregierung ist jetzt gefragt, dem Staatskonzern SEFE Einhalt zu gebieten und dem Vorhaben eine klare Absage zu erteilen. Es darf keine Absicherung aus Staatsmitteln geben.\“

Nach Ansicht der Umweltorganisationen würde ein Liefervertrag für argentinisches Fracking-Gas wegen der damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen und massiven Umweltverschmutzung gegen das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verstoßen. Ebenso scheint höchst fraglich, ob Argentinien in der Lage sein wird, die Vorgaben der EU-Methanverordnung einzuhalten. Die DUH prüft bereits mögliche rechtliche Schritte gegen den von SEFE angekündigten Liefervertrag. Auf der Klimakonferenz in Glasgow (COP 26) im November 2021 hat sich die Bundesregierung über die Clean Energy Transition Partnership zudemverpflichtet, die Förderung fossiler Projekte im Ausland einzustellen. Sollte die angefragte Finanzkreditgarantie gewährt werden, wäre das ein klarer Bruch dieser internationalen Vereinbarung.

Regine Richter, Finanz- und Energie-Campaignerin von urgewald:\“Die Bundesregierung darf keine Garantie für dieses klima- und naturzerstörende Projekt erteilen, sondern muss die eigenen Klimaleitlinien so verbessern, dass solche Geschäfte ausgeschlossen werden. Andernfalls bricht Deutschland seine auf der Klimakonferenz in Glasgow gegebenen Klimaversprechen. Donald Trump ist aus der Clean Energy Transition Partnership (CETP) ausgestiegen. Katherina Reiche darf bei der Überarbeitung der Klimaleitlinien nicht den Donald Trump machen.\“

Hintergrund:

Anfang Dezember 2025 unterzeichnete SEFE eine unverbindliche Absichtserklärung über langfristige LNG-Lieferungen mit dem argentinischen Energie-Konsortium Southern Energy. Das deutsche Staatsunternehmen verspricht, ab 2027 über acht Jahre bis zu zwei Millionen Tonnen LNG pro Jahr abzunehmen. Es handelt sich um die erste Ankündigung eines LNG-Liefervertrags mit Argentinien. Die massiven fossilen Ausbaupläne, die neue Pipelines, LNG-Exportterminals und die Ausweitung des Schiefergasfrackings in Vaca Muerta umfassen, sind in Argentinien hoch umstritten. Das LNG-Exportterminal, für dessen finanzielle Absicherung im Falle politischer und wirtschaftlicher Risiken eine Garantie vorangefragt wurde, soll im Golf von San Matías errichtet werden, der UNESCO-Weltnaturerbe-Status hat und von entscheidender ökologischer Bedeutung ist. Garantien kommen den finanzierenden Banken eines solchen Deals zugute und werden deshalb auch von ihnen angefragt oder beantragt.

Link:

Die Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage aus der Linksfraktion kann hier heruntergeladen werden: https://l.duh.de/p260217

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Regine Richter, Finanz- und Energie-Campaignerin urgewald
0170 2930725, regine@urgewald.org

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V.,übermittelt durch news aktuell

Posted by on 17. Februar 2026.

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Categories: Allgemein

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