Sparvorschläge aus der Prä-Trump-Ära lösen keine Zukunftsfragen / Arzneimittelpolitik nicht an veralteten Rahmenbedingungen ausrichten

Es braucht eine ausgewogene Einordnung der Ausgabenentwicklung der Arzneimittel. Was in der Debatte leider oft nicht adressiert wird: Der Herstelleranteil an den Gesamtausgaben ist mit rund 12 Prozent seit vielen Jahren konstant geblieben. Die durchschnittlichen volumengewichteten Preise sind zuletzt um 0,8 Prozent gesunken. Patentabläufe in dieser Legislaturperiode werden rund 6 Mrd. an Einsparungen erwirken. Herstellerabschläge haben allein im vergangenen Jahr 29 Milliarden Euro eingespart.\“Die Branche trägt bereits enorme Lasten\“, so Brakmann.\“Wer jetzt weitere Preisschrauben dreht, treibt Unternehmen aus dem deutschen Markt – und zwar dauerhaft.\“
Es ist unbestreitbar, dass das GKV-System durch den demografischen Wandel und neue medizinische Möglichkeiten zunehmend unter Druck gerät. Dabei greift eine reine Kostendebatte jedoch zu kurz: Neben den Ausgaben spielt auch die wirtschaftliche Stabilität eine entscheidende Rolle, denn sie sorgt für höhere Einnahmen der Krankenkassen. Klar ist zudem, dass das Erstattungsniveau beiArzneimitteln maßgeblich beeinflusst, ob Unternehmen Innovationen in Deutschland einführen und ob sie ihr Engagement in Forschung, Entwicklung und Produktion hierzulande ausbauen. Seit der Amtseinführung von Donald Trump hat sich dieses Spannungsfeld im internationalen Wettbewerb um Investitionen und Innovationsstandorte weiter verschärft.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage, wie wir sicherstellen können, dass Innovationen und sicherere Versorgung auch künftig in Deutschland und Europa verfügbar sind, während gleichzeitig die Finanzierbarkeit der gesetzlichen Krankenversicherung gewahrt bleibt.
Pharma Deutschland schlägt vor, Effizienzen zu heben: Etablierte, sichere Arzneimittel sollten aus der Verschreibungspflicht entlassen werden. Das Einsparpotenzial beträgt über vier Milliarden Euro jährlich. Zudem bietet die Branche echte Risikopartnerschaften an.\“Der Koalitionsvertrag will Deutschland zum Biotech-Standort Nummer eins machen. Die heute diskutierten Anträge stoßen in die genau entgegengesetzte Richtung.\“betont Brakmann.
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Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400 Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die Patientinnen und Patienten bereit. Unter www.pharmadeutschland.de gibt es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
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