Neues Energiekonzept für Ziegelproduktion spart 88 Prozent CO2

Der Werksumbau von WienerbergerÖsterreich in Uttendorf wurde konsequent mit digitalen Werkzeugen, die von Expertinnen und Experten des Center for Energy am AIT entwickelt wurden, geplant. Im Rahmen des Projekts wurde der weltweit erste elektrifizierte Ziegelbrennofen errichtet und zusätzlich eine Wärmepumpe integriert, die die im Brennprozess entstehende Abwärme des Ofens für die Trocknung der Ziegel nutzt. Rund um den neuen Elektroofen wurden Simulationen erstellt und Prozesse im Sinne des Klimaschutzes digital optimiert. Durch das Zusammenwirken dieser und weiterer Maßnahmen konnten rund 30 Prozent Primärenergie eingespart und die CO2-Emissionen insgesamt um 88 Prozent reduziert werden.
Nutzung der Abwärme auf andere Branchen übertragbar
Die in dem neuen Ziegelwerk eingesetzte Technologie ist gut transferierbar.\“Da in anderen Industriesektoren vergleichbare Anforderungen bestehen, können die Technologie der elektrischen Heizelemente sowie die Abwärmenutzung durch eine Wärmepumpe mit gewissen Anpassungen auch dort eingesetzt werden\“, heißt es in einem Beitrag des AIT, der im Blog des Simulations-Spezialisten CADFEM erschienen ist. Die signifikanten CO2-Einsparungen schaffen zudem Anreize für andere produzierende Unternehmen, etwa in der Stahl-, Keramik-, Papier- oder Pharmaindustrie.\“Durch die direkte Nutzung von Abwärme können wir den Carbon-Footprint der Industriebetriebe signifikant reduzieren\“, so AIT-Forscher Manuel Schieder.
Das Projekt\“GreenBricks\“ist Teil desösterreichischen Innovationsnetzwerks NEFI – New Energy for Industry, welches die Dekarbonisierung von industriellen Energiesystemen mit Schlüsseltechnologien vorantreiben soll. Die enge Verzahnung von Forschung und Praxis wird dadurch ermöglicht und schafft ideale Rahmenbedingungen, um neue Technologien direkt in Unternehmen zu erproben und schnell in die Umsetzung zu bringen.
Simulation liefert entscheidende Erkenntnisse
In der Industrie werden häufig höhere Temperaturen benötigt als in privaten Haushalten. Je nach Temperaturanforderung können hierfür sogenannte Hochtemperatur-Wärmepumpen eingesetzt werden.\“Die Hochtemperatur-Wärmepumpe ist eine relativ neue Technologie mit der Folge, dass kaum ein Industriebetrieb den ersten Schritt in diese Richtung wagt\“, schildert Manuel Schieder seine Motivation in einem Beitrag.\“Deshalb sindüberzeugende Beispielprojekte notwendig, die mit Demonstrator-Anlagen aufzeigen, dass es funktioniert.\“
Im Fall des zugehörigen FFG-Projekts\“VLESH\“(Variable Load Ejector for Steam Heat-pumps) spielten die mit Support von CADFEM realisierten Simulationen eine große Rolle, um Hochtemperatur-Wärmepumpen, mit der neuwertigen Ejektor-Technologie zur Effizienzsteigerung, genau zu analysieren.\“Sowohl bei der Auslegung des Kältekreises der Wärmepumpe als auch für die Optimierung des verwendeten Ejektors\“sind Simulationen essenziell. Besonders herausfordernd war die Simulation des Ejektors in dem zeitgleich mehrere komplexe physikalische Phänomene auftreten: Einerseits Überschallgeschwindigkeit und damit einhergehend hohe Turbulenzen, sowie auch Verdampfung. Spezielle Material-Datenbanken im verwendeten Simulations-Tool Ansys Fluent halfen, diese strömungstechnischen Simulationen durchzuführen und den Prozess zu stabilisieren.
Auszeichnung mit dem Mission Innovation Net-Zero Industries Award
Das Projekt\“GreenBricks\“wurde im April in der Wiener Hofburg mit dem Mission Innovation Net-Zero Industries Award in der Kategorie\“Herausragendes Projekt\“ausgezeichnet. Gewürdigt wurde es als innovatives Energiekonzept für die Ziegelproduktion am Wienerberger-Standort in Uttendorf (Oberösterreich). Es zeige eindrucksvoll, wie durch die Kombination aus Elektrifizierung, Digitalisierung und dem Einsatz von Wärmepumpentechnologien eine nahezu emissionsfreie industrielle Produktion möglich wird. Informationen zum Award:https://www.nefi.at/de/news-2026-detail/ait-und-wienerberger-gewinnen-den-net-zero-industries-award
Internationale IEA Heat Pump Conference in Wien
Zum Thema\“Dekarbonisierung durch Innovation\“veranstaltet das AIT mit Unterstützung des österreichischen Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur vom 26. bis 29. Mai 2026 in Wien die 15. internationale IEA Heat Pump Conference. Dort treffen sich Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt, um sich über den Einsatz von Wärmepumpen in verschiedenen Bereichen und Branchen auszutauschen und die Entwicklung auch von Hochtemperatur-Wärmepumpen voranzutreiben. Informationen zur Veranstaltung:https://hpc2026.org
Link zum vollständigen Beitrag im CADFEM-Blog:https://blog.cadfem.net/de/simulationen-analyse-hochtemperatur-waermepumpen
Categories: Allgemein
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