\“nd.DieWoche\“: Friedenstaube im Aufwind – Kommentar zu den Schulstreiks gegen den Wehrdienst

Vor diesem Hintergrund gewinnen neue Protestformen an Bedeutung. Vor allem Jugendliche setzen Akzente. Als im Dezember das neue Wehrdienstgesetz beschlossen wurde, streikten Tausende Schüler*innen. Ein Vierteljahr später blieben nun erneut mehr als 50.000 dem Unterricht fern und protestierten. Sie fürchten, dass aus der Freiwilligkeit bald wieder eine Wehrpflicht werden könnte. Zudem bemängeln viele, dass das Gesetz über ihre Köpfe hinweg verabschiedet wurde, obwohl sie davon unmittelbar betroffen sind.
Ein Teil der Protestierenden verbindet diese Einwände mit grundsätzlichen Fragen der Sicherheits- und Friedenspolitik. Sie wenden sich gegen eine weitere militärische Aufrüstung, weil sie nicht an einen Frieden durch Abschreckung glauben. Stattdessen betonen sie die Bedeutung diplomatischer Konfliktlösungen. Damit knüpfen ihre Argumente an Positionen der traditionellen Friedensbewegung an – und verschaffen ihnen wieder mehr Gehör.
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