\“nd.DerTag\“: Konversion fatal – Kommentar zu denÜberlegungen von Mercedes-Benz, in die Rüstungsproduktion einzusteigen

Natürlich wird das mit politischem Pathos zugekleistert. Da die Welt unberechenbarer geworden sei und Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen müsse, sei das Unternehmen bereit,\“dabei eine positive Rolle\“zu spielen, sagte der Konzernchef. Solche Propagandablasen kann er sich sparen, denn erstens ist an der Produktion von noch mehr Waffen und Munition nichts positiv, und zweitens geht es um nicht mehr als Geschäft und Gewinn: Man will dabei sein, wenn der Milliardenkuchen der Militär-Sondervermögen verteilt wird, wenn Rüstungsaktien boomen und die Kontrolle von Waffenexporten immer mehr zur Makulatur wird. Und die sogenannten politischen Rahmenbedingungen sind günstig, wenn der Kanzler dieBundeswehr\“konventionell zur stärksten Armee Europas\“und der Verteidigungsminister die Truppe kriegstüchtig machen will.
Dass gerade die deutsche Autoindustrie – auch bei VW wirdüber Rüstungsprojekte geredet – dabei sein will, hat maßgeblich damit zu tun, dass sie die Entwicklung in der eigenen Branche verschlafen hat. Im Beharren auf ihren alten, immer unattraktiver werdenden Geschäftsmodellen ist sie international erheblich in Rückstand geraten.
Wenn sie diese vor allem selbst verschuldeten Defizite nun unter anderem mit der Herstellung von Werkzeug für Mord und Totschlag kompensieren will, stellt das auch die Gewerkschaften vor verschärfte Fragen beim Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Das zeigte sich gerade erst wieder beim DGB-Kongress. Geld, das mit Kriegsgerät verdient wird, stinkt – entgegen einer landläufigen Redewendung – eben doch gewaltig zum Himmel.
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