\“nd.DerTag\“: Aufklärung auf allen Ebenen – Kommentar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Seit 1996 wird der Internationale Holocaust-Tag auch in der Bundesrepublik begangen, unter anderem mit einer Gedenkstunde im Bundestag. Es ist eine gute Tradition, dassÜberlebende des Naziterrors im höchsten deutschen Parlament zu Wort kommen. Und es scheinen inzwischen fast alle Opfergruppen mit der Ehre bedacht worden zu sein. Diesmal wird die aus Polen stammende, in den USA lebende Therapeutin Tova Friedman sprechen. Die 1938 in Gdingen geborene Jüdinist als Kind nach Auschwitz-Birkenau deportiert worden. Gemeinsam mit ihrem Enkel Aron betreibt sie heute einen Tiktok-Kanal, auf dem sie über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichtet und für Menschlichkeit und Anständigkeit wirbt. Ihre Adressaten sind Jugendliche. Erfreulich: Tova und Aron haben mehr als 500.000 Follower.
In einer Zeit, da die Schar der Zeitzeugen immer kleiner und das Netz immer mehr zur vorherrschenden Informations- und Kommunikationsebene wird, bieten Museen und Gedenkstätten von Warschau bis Washington\“Shoah-Stories\“auchüber Social Media. Jeder, der will, kann sich informieren. Aber wie viele tun dies? Heute wird in Essen eine Plattform eröffnet, die Stimmen und Erlebnisse von Holocaust-Überlebenden\“für die Ewigkeit\“festhalten will. Das ist gut so. Es bedarf aber weit mehr, um Hass, Hetze, Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus entgegenzuwirken.
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