Münchner Immobilienmarkt: Experten warnen vor falschen regulatorischen Weichenstellungen

Wichtigste Ergebnisse auf einen Blick
* Der Markt ist dynamisch und weiterhin volatil, aber aktuell zeigt sich ein spannendes Zeitfenster für Investitionen: Zinsen und Preise sind\“noch vernünftig\“, nicht mehr im Tal, aber weiterhin attraktiv. Die Objektauswahl ist gut.
* Der Druck auf den Wohnungsmarkt wird weiter steigen, da die Bautätigkeit laut Professor Kippes\“nahezu abgewürgt\“ist. Die Baugenehmigungen für Wohnungen sind in München 2025 um 32% zurückgegangen (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik).
* Der starke Anstieg der Einpersonenhaushalte erhöht den Druck.
* Geplante Verschärfungen im Mietrecht (u.a. gesetzliche Höchstlaufzeit für Kurzzeitmietverträge von 6 Monaten, Einführung eines pauschalen Möblierungszuschlags von 5% der zulässigen Nettokaltmiete) sorgen für erhebliche Unsicherheit und bremsen Investitionen.
* Kurzfristige regulatorische Eingriffe lösen das Wohnungsproblem nicht, notwendig ist ein Methodenmix.
\“Wir sehen aktuell ein Marktumfeld, das für Käufer grundsätzlich interessant ist: Zinsen sind noch auf einem vernünftigen Niveau, Preise ebenfalls, und es gibt Auswahl\“, erläuterte Professor Kippes im Webinar.\“Gleichzeitig dürfen wir uns nichts vormachen: Die Bautätigkeit ist nahezu abgewürgt. Unter diesen Bedingungen lässt sich der dringend benötigte zusätzliche Wohnraum nicht schaffen.\“
Besonders kritisch bewertete Kippes den starken Rückgang bei Baugenehmigungen. Die Folge: Das ohnehin knappe Angebot wird sich weiter verengen.
Hinzu kommen politische Vorhaben wie eine weitere Verschärfung der Mietpreisbremse, ein pauschaler Möblierungszuschlag sowie die geplante Begrenzung der Kurzzeitvermietung auf sechs Monate. Damit würden marktübliche Mietzeiträume im möblierten Segment von sieben bis 36 Monaten faktisch unmöglich.
Für Norbert Verbücheln, Geschäftsführer von Mr. Lodge, sind die Auswirkungen bereits spürbar:\“Diese Diskussionen führen zu einer massiven Verunsicherung im Markt. Investitionen in Mietwohnungen werden aufgeschoben oder ganz gestrichen. Dabei brauchen wir genau jetzt Menschen, die bereit sind, in Wohnraum zur Vermietung zu investieren.\“
Gerade im Bereich der möblierten Vermietung sieht Verbücheln die Gefahr falscher Weichenstellungen:\“Man muss Vermietern möblierter Wohnungen eigentlich den roten Teppich ausrollen. Sie stellen hochwertig ausgestatteten Wohnraum zur Verfügung und investieren erhebliche Summen in Immobilien. Dafür sollte man dankbar sein – statt sie zu regulieren oder zu behindern.\“
Aus Sicht der Experten helfen schnelle regulatorische Eingriffe nicht weiter.\“Hauruck-Methoden wie Mietpreisbremse oder Mietdeckel lösen das Problem nicht\“, so Professor Kippes. Stattdessen brauche es einen tragfähigen Methodenmix. Dazu zählen:
* deutlich mehr Bautätigkeit, auch im Münchner Umland
* der Ausbau von Werkswohnungen
* ein stabiler Bestand an Sozialwohnungen
* mehr Wohnungen für Studierende
Nur so lasse sich der wachsende Wohnraumbedarf langfristig auffangen.
Verbücheln ergänzt:\“Möbliertes Wohnen schließt eine reale Marktlücke, für Fachkräfte, Projektarbeitende und Menschen in Übergangsphasen. Wenn wir dieses Segment zusätzlich regulieren, verschärfen wir die Situation für alle Wohnungssuchenden.\“
Das Fazit des Webinars: Der Münchner Immobilienmarkt bietet derzeit Chancen, steht jedoch unter erheblichem Druck. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen und ohne eine klare Strategie für mehr Wohnungsbau droht sich die Wohnraumknappheit weiter zu verschärfen, mit spürbaren Folgen für Wirtschaft, Fachkräfte und Stadtgesellschaft.
Categories: Allgemein
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