Logistikverbände fordern kurzfristige Entlastung bei Kraftstoffkosten
Angesichts der in den vergangenen Tagen drastisch gestiegenen Kraftstoffpreise schlagen die deutschen Logistikverbände Alarm. Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) sowie der Bundesverband für Eigenlogistik&Verlader (BWVL) appellieren an die Bundesregierung, kurzfristig Maßnahmen zur Entlastung der Branche zu ergreifen.
Die aktuell hohen Dieselpreise in Deutschland setzen Unternehmen entlang der gesamten Logistikkette massiv unter Druck.„Logistik ist das Rückgrat der Wirtschaft. Wenn Transportkosten drastisch steigen, wirkt sich das zwangsläufig auf Preise für Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher aus“, erklären die Verbände. Transportunternehmen, Paketdienste, Möbelspediteure, Eigenlogistiker und Verlader stehen vor der Herausforderung, steigende Energiekosten zu bewältigen, während gleichzeitig Lieferketten stabil gehalten werden müssen.
Die Verbände betonen, dass kurzfristige und zielgerichtete Maßnahmen notwendig sind, um die akute Belastung abzufedern, die im europäischen Vergleich auffälligerweise vor allem in Deutschland zu beobachten sind. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um dauerhafte Förderung. „Die Branche fordert keine Dauersubventionierung. Es braucht jedoch eine schnelle, zeitlich auf die Ausnahmesituation begrenzte Bremse bei den Kraftstoffkosten, um die angespannte Lage zu überbrücken.“
Aus Sicht der Verbände sollte sich eine Entlastung auf die Kompensation der staatlichen Zusatzeinnahmen beschränken, die durch steigende Energiepreise entstehen – insbesondere durch steuerliche Komponenten und die CO?-Bepreisung. „Der Staat darf in dieser Situation nicht zum Steuergewinner zulasten der Wirtschaft und der Steuerzahler werden“, so die Verbände.
Die Logistikverbände betonen abschließend, dass eine funktionierende und bezahlbare Logistik Voraussetzung für stabile Lieferketten und eine verlässliche Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung ist. Entsprechend dringend sei jetzt ein entschlossenes und kurzfristiges Handeln der Bundesregierung.
Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ):
Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e. V. vertritt seit fast 150 Jahren die Interessen von rund 700 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt 25.000 Beschäftigten. Die AMÖ ist heute Europas größtes Netzwerk für Umzugs-, Möbel- und Speziallogistik – und damit zentrale Stimme einer vielfältigen und leistungsstarken Branche. AMÖ-Spediteure sind Spezialisten für nicht standardisierte Transporte. Sie bringen Magnetresonanztomographen (MRTs) in radiologische Praxen in engen Innenstädten. Sie verlagern den Standort ganzer Produktionsbetriebe oder bauen tonnenschwereMaschinen in eng geplante Fertigungsstraßen ein. AMÖ-Spediteure bringen die neue Schrankwand zu Kund:innen nach Hause und stellen mit dem temperaturgeführten Transport von Gemälden die nächste Kunstausstellung sicher. Und sie ziehen Menschen um. Mit ihren Leistungen gestalten AMÖ-Spediteure Deutschland und die Welt um uns herum maßgeblich mit.
Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL):
Der BGL ist der Spitzenverband für Straßengüterverkehr, Logistik und Entsorgung in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Er vertritt seit 1947 die berufsständischen Interessen von aktuell rund 7.000 in seinen Landesverbänden organisierten Unternehmen. Diese betätigen sich schwerpunktmäßig in den Bereichen Straßengütertransport, Logistik, Spedition, Lagerung und Entsorgung. Die Branche erwirtschaftet mit ihren rund 650.000 Beschäftigen knapp 40 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr.
BUNDESVERBAND FÜR EIGENLOGISTIK&VERLADER (BWVL):
Der BWVL repräsentiert seit 1955 als Bundesverband Mitgliedsunternehmen aus Industrie und Handel in den Bereichen Transport und Logistik. Die dem BWVL in direkter Mitgliedschaft verbundenen Unternehmen sämtlicher Größenkategorien sind in ihren Kernbereichen in einer Vielzahl von Branchen tätig. Die Interessenvertretung konzentriert sich auf die Unternehmensperspektive in der Eigenlogistik und als Verlader. Allein die Eigenlogistik, also der Transport eigener Güter mit eigenen Fahrzeugen und eigenem Personal, umfasst neben Spediteuren und reinen Transportunternehmen 49,4 % aller transportierenden Unternehmen in Deutschland.
Der 1982 gegründete Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) vertritt die Interessen der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) in Deutschland. Rund 4.000 Unternehmen sorgen für eine flächendeckende Zustellung von der Hallig bis zur Alm, in der Stadt und auf dem Land. Die gesamte Branche realisiert in Deutschland derzeit jährliche Umsätze in Höhe von 27,6 Milliarden Euro, beschäftigt mehr als 266.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und befördert rund 4,3 Milliarden Sendungen pro Jahr.
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