Jahresbilanz 2025 der DRF Luftrettung / Schnelle Hilfe aus der Luft gewinnt weiter an Bedeutung

– Insgesamt 36.407 Einsätze der Hubschrauber und Flugzeuge
– Modernste Flotte Europas
– Anstieg der Einsätze in der Dunkelheit
– Erfolgreiche Bewerbungen bei Stationsausschreibungen
Die Luftrettung ist ein wichtiger Bestandteil der schnellen Notfallversorgung in Deutschland, dies zeigen die Einsatzzahlen der DRF Luftrettung aus dem letzten Jahr. Insgesamt verzeichnete die gemeinnützige Luftrettungsorganisation mit 1,6 Prozent einen leichten Einsatzzuwachs (2024: 35.850 Einsätze). Insbesondere in der Dunkelheit wurde die Crews der DRF Luftrettung häufiger eingesetzt. Ein weiteres klares Indiz für die qualitativ herausragende Arbeit der rot-weißen Luftretter sind die Beauftragungen, die die DRF Luftrettung 2025 in verschiedenen Ausschreibungsverfahren erhielt. CEO Dr. Krystian Pracz erneuert seine Forderung an die Politik, die Reform der Notfallversorgung konsequent voranzutreiben.
Vor dem Hintergrund der Diskussionenüber Krankenhaus- und Notfallreform nimmt die Luftrettung einen wichtigen Stellenwert im Gesamtsystem Notfallrettung ein. Die Luftretter leisten vor allem dann wichtige Arbeit, wenn es um die Versorgung schwerstverletzter und -erkrankter Patienten geht: das zeigen die Zahlen aus der Jahresbilanzder DRF Luftrettung 2025.
Häufigste Alarmierungsgründe zu Notfalleinsätzen der Hubschrauber waren wie in den Vorjahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall: medizinische Notfälle, bei denen die schnelle Hilfe aus der Luft überlebenswichtig ist. Auch zu Unfällen und Stürzen wurdendie rot-weißen Luftretter besonders oft alarmiert. 226-Mal kam die Rettungswinde zum Einsatz, um Patienten auch in schwer zugänglichem Gelände schnell notärztlich zu versorgen und auszufliegen: im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 41 Prozent.
Das Team der am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden beheimateten DRF Assistance führte mit ihren drei Ambulanzflugzeugen 479 weltweite Patientenrückholungen mit medizinischer Begleitung durch. Auch hier zeigte sich ein deutlicher Zuwachs von 24 Prozent im Vergleich zu 2024. Die Besatzungen flogen dabei insgesamt 45 Länder an und legten eine Strecke von rund 1,6 Millionen Kilometern zurück – das entspricht 40 Erdumrundungen.
Führend in Deutschland: 24-Stunden-Notfallhilfe aus der Luft
An 13 Stationen der DRF Luftrettung waren die Besatzungen in 2025 rund um die Uhr einsatzbereit, an zwei weiteren Stationen mit erweiterten Randzeiten. Insgesamt ein Viertel ihrer Einsätze leisteten die Besatzungen dieser Stationen bei Dunkelheit. Dieser hohe Anteil zeigt deutlich: Der Bedarf nach schneller notärztlicher Hilfe aus der Luft ist auch außerhalb der Tageslichtzeiten gegeben, insbesondere im Herbst und Winter, wenn die Menschen auch nach Sonnenuntergang nochvielfach aktiv sind. Die Luftrettung bei Dunkelheit sollte deshalb umfassender zur Verfügung stehen.\“Das ist eine der zentralen Forderungen, die wir mit Nachdruck an die Politik richten\“, unterstreicht Dr. Krystian Pracz, CEO der DRF Luftrettung.\“Eine umfassende und flächendeckende Notfallversorgung darf nicht von Tageszeiten abhängen. Technisch sind wir bereits heute an allen unseren Standorten in der Lage, auch nach Sonnenuntergang zu fliegen. Wir fordern daher eine bedarfsgerechte Erweiterung, die dem sozialen Leben gerecht wird – das heißt, sowohl die Ausweitung der Randzeiten als auch der 24-Stunden-Luftrettung. Notfälle kennen keine Uhrzeit.\“
Optimale Patientenversorgung durch Point of Care
Im Notfall kommt es darauf an, schnell Klarheitüber den Patientenzustand zu gewinnen, um eine zielgerichtete Therapie einzuleiten. Die Notärzte und Notfallsanitäter der DRF Luftrettung sind dazu bestausgebildet und verfügen über eine hochmoderne Ausrüstung zur erweiterten Diagnostik bereits am Einsatzort. Durch den Einsatz kleiner, leichter und damit mobiler Ultraschallgeräte können innere Blutungen, Verletzungen und Erkrankungen besser und schneller erkannt und therapiert werden. Unterstützt durch Spendengelder, setzt die DRF Luftrettung seit 2023 flächendeckend mobile Blutgasanalysegeräte ein. Sie ermöglichen direkt am Einsatzort Analysen des Blutes, die bisher nur durch aufwändige Laboruntersuchungen in der Klinik durchführbar waren. Auch diese Diagnostik trägt dazu bei, Krankheitsbilder schneller und sicherer zu erkennen und therapieren. Die Entwicklung ist damit jedoch noch nicht am Ende: In der notfallmedizinischen Forschung beteiligt sich die DRF Luftrettung mit ausgewählten Stationen an der Erprobung eines Protein-Bluttests, mit dem sich Hirnblutungen bereits am Einsatzort diagnostizieren lassen.
Point-of-Care-Technologie trägt entscheidend dazu bei, die richtige Therapie einzuleiten und die bestgeeignete Zielklinik auszuwählen. Greifen alle Glieder der Rettungskette optimal ineinander, erhöhen sich die Überlebens- und Genesungschancen für den Patienten, reduzieren sich die Länge von Krankenhausaufenthalten oder der Umfang von Reha-Maßnahmen. Neben der Verringerung von Leid trägt somit eine optimale Diagnostik und Therapie am Einsatzort auch zur Senkung von Kosten im Gesundheitswesen bei.
Qualität und Verlässlichkeit in der Luftrettung: Entwicklungen bei Ausschreibungen
Im vergangenen Jahr haben mehrere Ausschreibungsverfahren in verschiedenen Regionen Deutschlands die Bedeutung von Qualität, Verlässlichkeit und Erfahrung in der Luftrettung unterstrichen. Die Entscheidungen der Träger verdeutlichen den Stellenwert bewährter Strukturen sowie einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der luftgestützten Notfallversorgung.
So nahm zu Jahresbeginn nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens der von der DRF Luftrettung betriebene Intensivtransporthubschrauber Christoph Dortmund offiziell den 24-Stunden-Betrieb als Teil desöffentlich-rechtlichen Notfallrettungssystems auf. In Weiden wurde die Verlängerungsoption gezogen: Der zuständige Zweckverband Oberpfalz-Nord bestätigte damit die Fortführung der bestehenden Zusammenarbeit mit der DRF Luftrettung. Für Christoph Regensburg beginnt nach erfolgreicher Ausschreibungsteilnahme ab September 2026 ein neuer Vertragszeitraum. Bereits für das Frühjahr dieses Jahres ist die Inbetriebnahme einer neuen Luftrettungsstation in Lahr (Ortenaukreis) vorgesehen. Grundlage hierfür war ein vom Land Baden-Württemberg beauftragtes Bedarfsgutachten sowie ein anschließendes Ausschreibungsverfahren, in dessen Ergebnis der DRF Luftrettung der Betrieb der Station anvertraut wurde. Auch der Standort Mannheim wird über November 2026 hinaus von der DRF Luftrettung betrieben, so die Entscheidung nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens für Christoph 53. Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 die Vorbereitungen für die Übernahme der Luftrettungsstation in Berlin-Steglitz (Christoph 31) getroffen. Seit Jahresbeginn 2026 betreibt die DRF Luftrettung alle drei Luftrettungsstationen in der Bundeshauptstadt.
Forderung an die Politik: Reform der Notfallversorgung vorantreiben
Die Notfall- und Rettungsdienstreform muss konsequent im Sinne der Patientinnen und Patienten vorangetrieben werden – dies ist einer der zentralen Forderungen der DRF Luftrettung an die Politik.\“Bereits heute spielt die Luftrettung eine signifikante Rolle in der Versorgung besonders komplexer und zeitkritischer Fälle in ländlichen Gebieten\“, macht Dr. Pracz deutlich.\“Ziel muss es sein, die vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen effizient und zum höchsten Nutzen für unsere Patienten einzusetzen.\“Die DRF Luftrettung setzt sich dafür ein, alle Akteure der Notfallversorgung im Zuge einer umfassenden Digitalisierung zu vernetzen und eine Notfallrettung über Landkreis- und Ländergrenzen hinweg zu etablieren. Die Luftretter drängen zudem auf die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen zur Etablierung von Verfahren, die den Einsatz der Luftrettung auch bei schlechtem Wetter ermöglichen.\“Aus fliegerischer und technischer Sicht ist die DRF Luftrettung dafür schon heute aufgestellt\“, unterstreicht Dr. Pracz.
Im Einsatz für das Patientenwohl: Modernste Flotte Europas
Beste Patientenversorgung erfordert beste Ausrüstung. Ein großes Projekt in diesem Bereich konnte die DRF Luftrettung zum Jahresende abschließen: Dank einer beständigen Erneuerung der Hubschrauberflotte ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation kontinuierlich mit hochmodernen Hubschraubern der neuesten Generation im Einsatz.Mit Hubschraubern des Typs H145 und H135 betreibt die gemeinnützige Organisation die modernste Flotte aller Luftrettungsorganisationen in Europa.
Die H145 ist optimal geeignet für ein breites Einsatzspektrum im sogenannten Dual Use-Betrieb: von Notfalleinsätzen bis hin zu komplexen Intensivtransporten zwischen Kliniken. Aufgrund der hohen Nutzlast und eines dritten Sitzplatzes in der Kabine bieten sich umfassende Einsatzmöglichkeiten. So kann beispielsweise ein pädiatrisches Team den Transport eines Kindes begleiten oder schweres Versorgungsequipment für medizinisch besonders komplexe Einsätze zugeladen werden. Die Besatzung kann zudem mehr Kerosin tanken und damit weitere Strecken ohne Tankstopp fliegen, was für die Patienten wertvolle Zeit spart. Auch bei Einsätzen in großer Höhe, etwa in den Alpen, eröffnet der Hubschrauber durch das Plus an Leistung mehr Möglichkeiten. Hinzu kommt, dass er durch das neue Rotorsystem noch ruhiger in der Luft liegt, was Patienten und Besatzung zugute kommt.
Zur Ausstattung der Hubschrauber H135 und H145 gehört unter anderem ein Helionix-Cockpit: ein digitales Cockpit, das den Piloten bei einer optimierten Flugdurchführung unterstützt und damit die Sicherheit erhöht. In Verbindung mit einem Vier-Achsen-Autopilot, einem Anti-Kollisions-System, einem Wetterradar, Hochleistungsscheinwerfer sowie modernster Medizintechnik, sind die Maschinen für komplexe Luftrettungseinsätze bei Tag und bei Nacht optimal ausgerüstet.
Der nächste Schritt in der Flottenmodernisierung ist bereits gegangen: Die DRF Luftrettung und Airbus Helicopters haben im Juli 2025 den Kaufvertrag für zehn H140-Hubschrauber unterzeichnet. Mit diesem Schritt setzt die DRF Luftrettung ihre Tradition als Launch Customer für neue innovative Hubschraubermodelle fort.
Informationen unter www.drf-luftrettung.de.
Über die DRF Luftrettung
Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Von 33 Stationen an 31 Standorten in Deutschland aus starten die Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge der gemeinnützigen Organisation zu ihren Einsätzen. Hierzu gehören Einsätze in der Notfallrettung, Verlegungsflüge von kritisch kranken oder verletzten Personen zwischen Kliniken und Rückholungen von Patientinnen und Patienten aus dem Ausland. An 13 der Hubschrauberstationen sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an einer weiteren ist die Besatzung im Tagbetrieb mit erweiterten Randzeiten einsatzbereit. An fünf Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz. Für den kontinuierlichen Ausbau ihrer lebensrettenden Aufgabe ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Rund 400.000 Fördermitglieder weiß der DRF e.V. bereits an seiner Seite. Unterstützen Sie uns und werden auch Sie Mitglied. Weitere Informationen finden Sie unter Förderverein DRF Luftrettung (https://www.foerderverein-drf-luftrettung.de/).
Pressekontakt:
DRF Luftrettung
Rita-Maiburg-Straße 2
D-70794 Filderstadt
presse@drf-luftrettung.de
Stefanie Kapp
Tel. +49 711 70072205
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Categories: Allgemein
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