Internationaler Welttag des Gehirns am 22. Juli: Wie man das wichtigste Organ gesund hält

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 300.000 Menschen neu an einer Demenz und annähernd 270.000 erleiden einen Schlaganfall. Diese neurologischen Krankheiten werden oft fälschlicherweise als schicksalhaft betrachtet.\“Wir wissen heute, dass man die meisten Risikofaktoren beeinflussen und so das Erkrankungsrisiko deutlich senken kann\“, sagt Prof. Dr. Lars Timmermann, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Marburg anlässlich des heutigen Welttages des Gehirns.\“Deshalb ist Aufklärung wichtig, damit jeder weiß, was er selbst tun kann, um sein Gehirn gesund zu erhalten.\“
Das Gehirn ist unser wichtigstes Organ für Denken, Fühlen und Handeln – und zugleich sehr verletzlich gegenüber Durchblutungsstörungen und neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz. Viele Risikofaktoren für Schlaganfall und Demenz sind jedoch gut beeinflussbar: Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfette, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Schlafmangel oder Schlafstörungen, übermäßiger Alkoholkonsum, Kopfverletzungen sowie anhaltender Stress tragen wesentlich zu Hirnschäden bei. Studien zeigen, dass ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, mediterraner Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Rauchstopp und guter Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin das Risiko für Schlaganfälle deutlich senken und einen erheblichen Teil der Demenzen verzögern oder verhindern kann. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) schätzt aufgrundwissenschaftlicher Studienergebnisse wie INTERSTROKE und Global Burden of Disease, dass mindestens 70 Prozent der Schlaganfälle und bis zu 45 Prozent der Demenzen durch eine Kontrolle der Risikofaktoren vermeidbar wären. Prävention ist daher nach Auffassung der DGN und der Deutschen Hirnstiftung eine der wirksamsten Strategien für jeden einzelnen, um gesund zu bleiben, lange selbstständig zu leben und eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern.
\“Gerade im mittleren Lebensalter entscheidet sich, wie widerstandsfähig unser Gehirn im Alter ist: Hörschäden, soziale Isolation, Depression und körperliche Inaktivität und ein geringes Bildungsniveau erhöhen das Demenzrisiko messbar\“, so Prof Timmermann.\“Wer sich geistig und körperlich aktiv hält, soziale Kontakte pflegt, ausreichend schläft und seine kardiovaskulären Risikofaktoren konsequent behandeln lässt, leistet einen wichtigen Beitrag zur eigenen Hirngesundheit.\“
Prof. Timmermann, der auch Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Präsidiumsmitglied der Deutschen Hirnstiftung, und Leiter der Fachgruppe Neurologie bei ASKLEPIOS / RHÖN / MEDICLIN ist, betont die Bedeutung der Hirngesundheit über den individuellen Rahmen hinaus:\“In einer alternden Gesellschaft, in der die Zahl der Menschen mit Demenz und die Häufigkeit von Schlaganfällen in den kommenden Jahrzehnten deutlich zunehmen werden, ist Prävention nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich von zentraler Bedeutung. Jede vermiedene Hirnschädigung bedeutet gewonnene Lebensqualität, weniger Pflegebedürftigkeit und eine Entlastung für Angehörige, Beschäftigte im Gesundheitswesen und die Solidarsysteme. Deshalb brauchen wir niedrigschwellige Angebote zur Hirngesundheit, eine gute Versorgung der kardiovaskulären Risikofaktoren und eine klare Botschaft: Es lohnt sich in jedem Alter, etwas für das eigene Gehirn zu tun.\“
Informationsmaterial rund um neurologische Krankheiten finden Sie hier: Deutsche Hirnstiftung (https://hirnstiftung.org/)
Link zur Klinik für Neurologie am UKGM Marburg: https://www.ukgm.de/ugm_2/deu/umr_neu/index.html
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