Im Frühling vollbringt die Natur Höchstleistungen / Das Tier des Jahres 2026 hält den Rekord im Knochenwachstum

Der Auslöser für den Start des Geweihwachstums ist die zunehmende Tageslänge im Frühjahr. Dies regt in der Hirnanhangdrüse die Bildung eines Wachstumshormons an und gibt damit das Signal für die neue Geweihbildung. Im Sommer kommt das Geschlechtshormon Testosteron hinzu, das für das Aushärten der bis dahin weichen Knochen sorgt. Eine gut durchblutete, bastartige Hautschicht umgibt das wachsende Knochengewebe und versorgt es mit wichtigen Mineralstoffen. Ist das Wachstum abgeschlossen und das Geweih ausgehärtet, vertrocknet der Bast und wird vom Hirsch an Sträuchern und jungen Bäumen abgestreift. Im August präsentiert der Rothirsch schließlich sein blitzblank herausgeputztes Stangengeweih. Es kann mehr als zehn spitze Enden auf jeder Seite aufweisen, ist also – anders als bei Elchen und Damhirschen – nicht schaufelartig verbreitert.
Die Meisterleistung im Knochenaufbau verlangt dem Organismus viel ab.„Rothirsche müssen neben diesem Kraftakt zudem nach dem Winter ihre Energiereserven wieder auffüllen. Dafür brauchen männliche wie weibliche Rothirsch vor allem geeignete Nahrung und viel Ruhe“, sagt Kinser. Waldbesucher sollten daher auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und ihre Aktivitäten nicht in die Dämmerung oder gar die Nacht legen. Denn zu diesen Zeiten verlassen Rothirsche ihre Deckung, um auf Nahrungssuche zu gehen. Die gravierendste Störung wäre die Jagd, die in manchen Bundesländern auf junge Rothirsche bereits ab dem 1. April gestattet ist. „Jäger sollten daher nach Möglichkeit freiwillig auf die Jagd im Frühjahr verzichten“, fordert Kinser.
Mehr Infos zum Tier des Jahres 2026 im Steckbrief: https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/rothirsch
Pressekontakt:
Jenifer Calvi
Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
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