Deutscher Brauer-Bund zieht Bilanz zum\“Tag des Deutschen Bieres\“

Pils bleibt an der Spitze, Hellbier und Alkoholfrei wachsen stark
Wie in vielen Ländern Europas ist auch in Deutschland der Absatz von alkoholhaltigem Bier rückläufig, er sank 2025 um 5,8 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Liter. Ursachen sind unter anderem die demografische Entwicklung und die insgesamt spürbare Konsumzurückhaltung. Demgegenüber entwickelt sich alkoholfreies Bier dynamisch und erfolgreich: 2025 wurden rund 750 Millionen Liter alkoholfreies Bier hergestellt, ein Zuwachs von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Produktion hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt.\“Alkoholfreie Biere sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern ein zentraler Wachstumstreiber unserer Branche\“, sagt Christian Weber, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes und des europäischen Dachverbandes The Brewers of Europe.\“Alkoholfreies steht für Innovationskraft, Qualität, bewussten Konsum – und trifft damit den Nerv der Zeit. Auch mit Erfrischungsgetränken sind immer mehr Brauereien erfolgreich.\“
Inzwischen erreichen alkoholfreie Biere und alkoholfreie Biermischgetränke laut DBB einen Anteil von rund 11 Prozent am gesamten Bierkonsum. Deutschland ist damit europaweit führend beim Brauen alkoholfreier Biere. In der Beliebtheitsskala der Deutschen hat sich das Alkoholfreie bereits auf Platz 3 vorgearbeitet – unangefochtener Marktführer bleibt Pils mit knapp 50% Marktanteil. Auf Platz 2 landet die ebenfalls seit Jahren wachsende Kategorie der Hellbiere (ca. 12%).
Zahl der Brauereien ist rückläufig
Mit 1.415 Brauereien ist Deutschland weiterhin eines der Länder mit der größten Biervielfalt weltweit. Die einzigartige Struktur aus Gasthausbrauereien, regional verwurzelten Familienbetrieben, mittelständischen Unternehmen und international tätigen Brauereigruppen prägt die deutsche Bierkultur und sichert Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in der Region.
Jedoch steht die Branche unter Druck: War die Zahl der Brauereienüber viele Jahre bis 2019 auf bis zu 1.552 Betriebe gestiegen, mussten seither 137 Betriebe aufgeben, darunter auch zahlreiche jahrhundertealte Privatbrauereien. Dennoch ist laut DBB die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Brauwirtschaft mit 27.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (2025)im Vergleich zu den vergangenen acht Jahren nahezu unverändert geblieben.
Herausforderndes wirtschaftliches Umfeld – Appell an die Politik
Trotz hoher Innovationskraft und wachsender Produktvielfalt steht die Braubranche vor erheblichen Herausforderungen.\“Steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik sowie der intensive Wettbewerb im Handel belasten die Brauereien massiv\“, sagt DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Gleichzeitig wirke sich die schwache Konsumstimmung dämpfend auf die Nachfrage aus und belaste Handel und Gastronomie ebenso wie die Brauereien.\“2026 wird für uns ein sehr hartes Jahr werden, eine Entspannung ist nicht in Sicht\“, so der Ausblick des Dachverbandes.
Der DBB bekräftigt seine Forderung an die Bundesregierung, Reformen umzusetzen, die das Wachstum ankurbeln und Investitionssicherheit geben.\“Für die Brauwirtschaft ist eine verlässliche, planbare und wettbewerbsfähige Energiepolitik von zentraler Bedeutung\“, betont Eichele. Brauereien seien energieintensive Betriebe, stark schwankende Preise, unklare Förderbedingungen und langfristig fehlende Planungssicherheit erschwerten Investitionen erheblich. Weder bei Gas, noch bei Strom gebe es bislang die Entlastung, auf die viele Betriebe dringend warten.\“Wir brauchen eine nachhaltige Entlastung der Betriebe, schnellere Verfahren und weniger Bürokratie\“, so Eichele.\“Was wir sicher nicht brauchen, sind Diskussionenüber neue Steuern und höhere Abgaben.\“
Hintergrund zum Reinheitsgebot
Das Reinheitsgebot für Bier (https://brauer-bund.de/reinheitsgebot/fragen-und-antworten/) war am 23. April 1516 im bayerischen Ingolstadt von den Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X. im Rahmen einer Landesordnung erlassen worden. Galt das Reinheitsgebot zunächst nur für das Herzogtum Bayern, wurde es nach derVerkündung am 23. April 1516 von mehr und mehr Ländern übernommen und ist seit 1906 geltendes Recht in ganz Deutschland. Das Reinheitsgebot schreibt vor, dass zur Bierherstellung nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden dürfen. Es steht für die Bewahrung einer althergebrachten Handwerkstechnik und gilt zugleich als älteste, heute noch gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt.
Pressekontakt:
Nina Göllinger
Pressesprecherin
Die deutschen Brauer
Tel.: 030/209167-16
E-Mail: goellinger@brauer-bund.de
Original-Contentvon: Deutscher Brauer-Bund e.V.,übermittelt durch news aktuell
Categories: Allgemein
No Responses Yet
You must be logged in to post a comment.