\“Das Deutsche Volk\“: 3sat zeigt Dokumentarfilm zum Anschlag in Hanau

Der am 19. Februar 2020 verübte Terroranschlag in Hanau zählt zu den schwerwiegendsten rassistischen Gewalttaten in Deutschland. Die Opfer, zum Zeitpunkt des Anschlags alle in ihren Zwanzigern und Dreißigern: Said Nesar Hashemi, Sedat Gürbüz, Mercedes Kierpacz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtovi?, Vili ViorelP?un, Fatih Saraço?lu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.
Die dokumentarische Langzeitbeobachtung beginnt am Tag nach den Morden. In eindringlichen Schwarz-Weiß-Bildern schildert sie das Geschehen aus der Perspektive der Hinterbliebenen und Überlebenden und begleitet sie durch verschiedene Phasen der Trauer und Verarbeitung. Vermutlich hatte ein verschlossener Notausgang an einem der Tatorte die Flucht mehrerer Opfer verhindert, und der Notruf war in der Tatnacht nicht durchgängig erreichbar gewesen. Die Angehörigen selbst haben diese Mängel aufgedeckt und öffentlich gemacht. Gemeinsam mit der Recherchegruppe\“Forensic Architecture\“konnten sie die Nacht des Anschlags rekonstruieren– und sie fordern Konsequenzen.\“Es gibt keine Gerechtigkeit ohne Konsequenzen in dieser Welt\“, sagt Niculescu P?un, dessen Sohn Vili Viorel nur 22 Jahre alt wurde.
Konzentriert und sensibel zeigt der Film den aufreibenden Kampf um juristische Aufklärung und eine angemessene Erinnerungskultur. Dabei legt er auch strukturellen Rassismus offen, der unsere Einwanderungsgesellschaft bis heute prägt.\“Deutschland hat mein Kind aus dieser Welt ausradiert\“, sagt Emi? Gürbüz, die Mutter des ermordeten Sedat Gürbüz (29).\“Ich erinnere mich an Wahlplakate mit Ausländer raus! Was haben wir euch getan?\“
\“Die radikale Konzentration auf die Perspektive der Hinterbliebenen gibt Wierzchowskis Film seine außergewöhnliche Kraft, die niemanden gleichgültig lässt\“, lobte die Jury des Hessischen Filmpreises, mit dem der Film 2025 ausgezeichnet wurde.
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