Bei Reizdarm können auch rezeptfreie Medikamente helfen / Fortbildungskongress pharmacon

Weinke:\“Die Behandlung des Reizdarms richtet sich nach den Hauptbeschwerden. Ausgewählte Probiotika können helfen, zum Beispiel Präparate mit Bifidobacterium, Lactobacillus oder Saccharomyces. Diese Bakterien wirken sich oft positiv auf den Reizdarm aus. Ich halte aber nichts von einer Bestimmung der eigenen Bakterienflora. Diese so genannten Mikrobiom-Analysen müssen von Betroffenen privat bezahlt werden, haben aber nur einen geringen Aussagewert.\“
Pflanzliche Arzneimittel wie Pfefferminz- und Kümmelöl wirken krampflösend und blähungsmindernd. Bei Obstipation können Ballaststoffe wie Flohsamen oder Macrogol hilfreich sein. Bei Durchfall sind kurzfristig Motilitätshemmer wie Loperamid oder natürliche Ballaststoffe gute Optionen.
Weinke:\“Ein Reizdarmsyndrom darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen oder als Befindlichkeitsstörung abtun. Bei Alarmzeichen wie Blut im Stuhl, ungewolltem Gewichtsverlust oder nächtlichen Symptomen rate ich dringend zu einer ärztlichen Abklärung, um andere Erkrankungen auszuschließen\“
Das Reizdarmsyndrom ist eine chronische funktionelle Störung des Gastrointestinaltrakts ohne fassbare organische Ursache. Die Diagnose erfolgt in der Regel als Ausschlussdiagnose nach sorgfältiger Untersuchung. Weinke:\“Das Reizdarmsyndrom muss ernst genommen werden, denn es schränkt die Lebensqualität deutlich ein. Psychische Faktoren und Stress können die Symptomatik verstärken, sind aber nicht die alleinige Ursache.\“
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