Al-Scharaa in Berlin: Caritas fordert Kanzler Merz auf, die humanitäre Katastrophe in Syrien in den Mittelpunkt der Gespräche zu stellen / Katastrophale humanitäre Lage verbietet Rückkehr-Debatten

Vor diesem Hintergrund erhofft sich Oliver Müller:\“In den Gesprächen zwischen Kanzler Friedrich Merz und Ahmad Al-Scharaa muss zwingend der Schutz der Zivilbevölkerung und eine Verbesserung der katastrophalen humanitären Lage im Vordergrund stehen. Die aktuelle Situation legt nahe, die humanitären Hindernisse für eine mögliche Rückkehr vonSyrerinnen und Syrern aus Deutschland in den Verhandlungen zu berücksichtigen.\“Im November des vergangenen Jahres hatte Friedrich Merz erklärt, dass er bei einem Besuch von Al-Scharaa mit ihm vor allem über Rückführungen sprechen wolle.
Müller verweist zudem darauf,\“dass der nach dem Fall des Assad-Regimes erhoffte Wiederaufbau von Syrien noch in weiter Ferne liegt. Aufgrund der katastrophalen Versorgungslage leistet die Caritas in Syrien nach wie vorüberwiegend klassische Überlebenshilfen und unterstützt Menschen bei der Überwindung von Kriegstraumata, die gerade jetzt wieder aufbrechen.\“
16,5 Millionen Menschen leben in Syrien in Not. Knapp 15 Millionen Menschen leiden unter Ernährungsunsicherheit, sieben Millionen Menschen sind noch immer innerhalb des Landes vertrieben und fast die Hälfte aller medizinischen Einrichtungen sind nicht funktionsfähig.\“Wie und mit welchen zusätzlichen finanziellen Mitteln der notleidenden syrischen Bevölkerung geholfen werden kann nach 14 Jahren Krieg wieder ein menschenwürdiges Leben zu führen, muss der zentrale Bestandteil der Gespräche zwischen Ahmad Al-Scharaa und Friedrich Merz sein\“, so Oliver Müller.
Dr. Oliver Müller, Leiter von Caritas international und Vorstand Internationales, Migration und Katastrophenhilfe des Deutschen Caritasverbandes, steht für Interviews zur Verfügung.
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