36. DEUTSCHER KAMERAPREIS: 14 Kameraleute, Editorinnen und Editoren geehrt

Walter Demonte, Geschäftsführer des Vereins DEUTSCHER KAMERAPREIS Köln e. V. betont:\“Es braucht starke Bilder und Geschichten, die authentisch und wahr sind und uns als Zuschauer packen. Mit einem unglaublichen Facettenreichtum und großer Intensität zeigen die Gestalterinnen und Gestalter dies in diesem Jahr mit ihren Beiträgen.\“
Beste Kamera / Fiktion Kino
Fabian Gamper gewann im Jahr 2018 den DEUTSCHEN KAMERAPREIS für Sinje Köhlers Kurzfilm\“Freibadsinfonie\“. Jetzt wird er für seine Bildgestaltung in Mascha Schilinskis preisgekröntem Kinofilm\“In die Sonne schauen\“(Studio Zentral/ZDF) ausgezeichnet. In mehreren Zeitsprüngen beschreibt das Drama einen Erinnerungsstrom aus dem Leben von vier Mädchen auf einem altmärkischen Bauernhof in den 1910er-Jahren bis in die Gegenwart. Dabei vereint Fabian Gamper laut Jurybegründung\“die Kinematographie mit der Erzählung zu einem untrennbaren Gesamtkunstwerk.\“
Beste Kamera / Fiktion Screen
Frank Griebe gewann seinen ersten DEUTSCHEN KAMERAPREIS 1994 für\“Die wilde Maria\“, seine erste Zusammenarbeit mit Tom Tykwer, der noch elf weitere folgten. 2013 erhielt er den Ehrenpreis des DEUTSCHEN KAMERAPREISES, setzte seine Arbeit aber unvermindert fort. Mit der Auszeichnung für die Bildgestaltung in Nele Mueller-Stöfens Regiedebüt\“Delicious\“(Komplizen Film/Netflix) macht er nun das Triple komplett. Die Jury lobt:\“Unter der makellosen Oberfläche der behutsam choreografierten Bilder verbirgt sich ein geradezu archaisches Grauen, eine untergründige Gewalt, die langsam über die vermeintlich sichere Welt der ahnungslosen Hauptfiguren hereinbricht.\“
Beste Kamera / Kurzfilm
Birgit Bebe Dierken arbeitet als freischaffende Kamerafrau mit Sitz in Berlin und London. Für Katey Lee Carsons Kurzfilm\“The Secret Assistants\“setzte sie eine Interviewsituation in beeindruckende und zugleich bedrückende Bilder um.\“Sie entlarvt mit präzisen Perspektiven das Gefälle der Macht und führt uns mit sicherer Hand über die Stufen der Ohnmacht\“, erklärt die Jury und spricht von einem\“beklemmenden Kammerspiel aus intensiven Bildern und eindrücklicher Spannung.\“
Beste Kamera / Doku-Kino
Stefan Neuberger war schon zweimal für den DEUTSCHEN KAMERAPREIS nominiert und wird jetzt für den Dokumentarfilm\“MitÄsten bis zum Himmel\“(KGP-Filmproduktion, Regie: Katharina Copony) ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht eine Schule in Wien, an der Kinder und Jugendliche mit Blindheit oder Seheinschränkungen allein durch Hören und Fühlen lernen.\“In einer Welt, in der das Sehen fast unmöglich ist, findet die Bildgestaltung von Stefan Neuberger einen außergewöhnlichen Zugang zu der Lebensrealität blinder und sehbehinderter Menschen. Die Kamera begreift Wahrnehmung als körperliche Erfahrung\“, so die Jury.
Beste Kamera / Doku Screen
Sven Wettengel arbeitet beim NDR Hamburg als Kameramann und technischer Supervisor in der Abteilung Kamera, EB und Ausland. Für\“Goodbye Germany – Warum Deutschlands Top-Leichtathleten in die USA auswandern\“(NDR, Regie: Ben Wozny) begleitete er die Hindernisläuferin Lea Meyer, den 1500-Meter-Läufer Robert Farken und den Zehnkämpfer Till Steinforth beim Training und im Alltag in Colorado, Arizona und Nebraska.\“Sven Wettengels Kamera bleibt stets im Hintergrund, aber sie prägt den Film\“, sagen die Juroren.\“Jedes Bild ist eine mutige Entscheidung, die sich in den Dienst der Erzählung stellt.\“
Beste Kamera / Information und Kultur
Simone Friedel erhält den DEUTSCHEN KAMERAPREIS für ihre präzise komponierten Bilder im Dokumentarfilm\“Money Maker – Walter Temmer: Vom schlechten Schüler zum Selfmade-Millionär\“(MDR, Regie: Sandro Gerber, Danny Voigtländer). Der Protagonist wurde durch den Handel mit Domains zum Millionär und TV-Reality-Star. Für dieses Leben zwischen Business, Luxus und Ruhm fand die Kamerafrau die perfekte Optik:\“Der Lifestyle des Protagonisten spiegelt sich in den stylischen Bilderwelten wider\“, lobt die Jury.\“Das Ergebnis ist exzellentes Entertainment.\“
Bester Schnitt / Doku Screen
Die Dokumentation\“BABO – Die Haftbefehl-Story\“(27Km B Pictures/Netflix, Regie: Juan Moreno, Sinan Sevinç) zeichnet den Aufstieg des Offenbacher Musikers Aykut Anhan alias Haftbefehl nach und zeigt das vielschichtige Porträt eines Mannes, der im Kampf mit den Dämonen seiner Vergangenheit und Gegenwart steht. Die Editoren Marco Rottig, Philipp Schnabel und David Gesslbauer fanden für die Bilder von Kameramann Wesley William Salamone und das Archivmaterial einen derart exzellenten Schnittrhythmus, dass die Jury von einem\“Gesamtkunstwerk\“spricht,\“das unsüber 90 Minuten gebannt zuschauen lässt: No exit, Brudi!\“
Bester Schnitt / Fiktion Screen
Anna Nekarda erhält den DEUTSCHEN KAMERAPREIS in der Kategorie\“Bester Schnitt\“für den Fernsehfilm\“Die Nichte des Polizisten\“(Gabriela Sperl für W&B TV/SWR/NDR/EPO-Film, Regie: Dustin Loose). Laut Jury hat ihre Montage entscheidenden Anteil an der Identifikation des Publikums mit der Hauptfigur, einer jungen Polizistin aus einer Spezialeinheit in Baden-Württemberg:\“Sie zeigt alle Facetten der Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit der Polizistin Rebecca, aber auch ihre Stärke und ihren Mut. […] Anna Nekardas Montage ist nie vorhersehbar, sie trifft mutige Entscheidungen, ohne dass die Montage zum Selbstzweck würde.\“
Nachwuchspreise
Für seine Bildgestaltung in\“Lonig&Havendel\“(Hochschule für bildende Künste, Hamburg, Regie: Claudia Tuy?t Scheffel) erhält der Kameramann Yunus Ça? Köylü den Nachwuchspreis. Der Jury gefiel der\“halluzinatorische Trip durch das winterliche Erzgebirge\“, bei dem zwei Kulturen aufeinanderprallen.\“Die besondere Leistung der Kamera ist es, eine eigenständige Erzählebene zu schaffen, die die Träume und migrantischen Erfahrungen zweier junger Vietnamesen widerspiegelt.\“Ein weiterer Nachwuchspreis geht an Catharina Lott und Jonas Riedinger für den Schnitt des Kinofilms\“Run Me Wild\“(Apollonia Film/Narrative Way/HFF/BR, Regie: Catharina Lott). Die Jury erklärt:\“Nah am Innenleben der Hauptfigur treibt die Montage die einfühlsame Erzählung von der Suche nach sexueller Identität voran. Der Zuschauer wird in die inneren und äußeren Konflikte der Hauptprotagonisten förmlich reingesogen.\“Die Nachwuchspreise werden von Ludwig Rental, bebob factory und Andec Filmtechnik gestiftet.
Ehrenpreis für Torsten Breuer
Der diesjährige Ehrenpreis des DEUTSCHEN KAMERAPREISES ging an Torsten Breuer, der seit mehr als 30 Jahren als Kameramann viele moderne Kinoklassiker wie\“Bandits!\“(Regie: Katja von Garnier),\“Pünktchen und Anton\“(Regie: Caroline Link),\“Schwere Jungs\“(Regie: Marcus H. Rosenmüller),\“Die Welle\“(Regie: Dennis Gansel) und\“Ballon\“(Regie: Michael Bully Herbig) mitprägte. Das Kuratorium des DEUTSCHEN KAMERAPREISES würdigt Torsten Breuer als eine\“herausragende Persönlichkeit seines Fachs\“. Der 1954 auf Norderney geborene Kameramann, Musiker und Maler verbindet in seinem Schaffen\“stilistische Vielfalt mit technischer Meisterschaft\“und trägt\“maßgeblich zur Wirkung zahlreicher preisgekrönter Filme bei.\“Bereits 2011 erhielt Torsten Breuer den DEUTSCHEN KAMERAPREIS für die Krimikomödie\“Jerry Cotton\“(Regie: Cyrill Boss und Philipp Stennert).
Ausführliche Informationen zu allen Preisträgerinnen und Preisträgern und ihren ausgezeichneten Beiträgen stehen unter deutscher-kamerapreis.de bereit. Ein Grußwort von Walter Demonte und ein Interview mit dem Ehrenpreisträger Torsten Breuer können Sie in der WDR-Presselounge unterpresse.wdr.de abrufen. Bilder von der Preisverleihung stehen zeitnah unter ard-foto.de zur Verfügung.
Sendetermine:
WDR Fernsehen: 12. Mai, 23:45 Uhr
ARD Alpha: 14. Mai, 22:30 Uhr
SWR Fernsehen: 15. Mai, 01:45 Uhr
NDR Fernsehen: 17. Mai, 01:30 Uhr
Pressekontakt:
WDR Kommunikation, Telefon 0221 220 7100, E-Mail: kommunikation@wdr.de
Original-Contentvon: WDR Westdeutscher Rundfunk,übermittelt durch news aktuell
Categories: Allgemein
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