Zunahme von Extremwetterereignissen setzt Kinder immer mehr Risiken aus / SOS-Kinderdörfer zum Gedenktag am 22. April

Klimawandel forciert Krankheiten, Bildungsarmut und Vertreibung
– DurchÜberschwemmungen steigt das Infektionsrisiko für Malaria und Cholera bei Kindern, insbesondere bei denen, die durch Mangelernährung eine schwache Immunabwehr haben. Oft steht Familien nach Naturkatastrophen nur verunreinigtes Wasser zur Verfügung, das bildet den Nährboden für Cholera. 2024 etwa wiesen Bangladesch, Somalia und DR Kongo die weltweit höchsten Zahlen von gemeldeten Cholera-Fällen bei Kindern unter fünf Jahren auf. Alle drei Länder waren von mehreren Extremwetterereignissen betroffen.
– Weltweit hatten rund 247 Millionen Schüler und Schülerinnen 2024 wegen Hitzewellen, Sturmfluten etc. eingeschränkten Zugang zu Bildung. Laut UN war Südasien am stärksten betroffen. In Bangladesch etwa kam es zu Unterrichtsausfällen für 33 Millionen Kinder. Schulschließungen begünstigen Schulabbrüche und infolgedessen Kinderarbeit und Kinderehen. Zum Beispiel verlieren viele Kleinbauernfamilien durch Dürre bedingte Ernteausfälle ihre einzige Einnahmequelle, so dass ihre Kinder dazu verdienen müssen oder Mädchen verheiratet werden, um ,versorgt zu sein.
– Bis Ende 2024 sind rund 4,4 Millionen Kinder aufgrund von Naturkatastrophen zu Binnenvertriebenen geworden, gemäß UN-Schätzungen. Viele Familien haben etwa in Somalia durch Sturmfluten ihr Zuhause verloren. Infolge der Regenzeit sind dort im ersten Halbjahr 2024 über 81.000 Menschen vertrieben worden, darunter viele Kinder. Eine überstürzte Flucht kann zur Trennung von Eltern und Kindern führen. Unbegleitet flüchtende Kinder sind Gefahren wie Ernährungsunsicherheit, Missbrauch und Menschenhandel ausgesetzt.
Not fragiler Gemeinschaften wächst
Die Zunahme von Extremwetterereignissen wie Hitzewellen oder Starkregen steht in Zusammenhang mit der hohen Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre. Laut Weltrisikobericht stieg sie 2023 auf einen Rekordwert: Sie lag 151 Prozent über dem vorindustriellen Niveau. Am gravierendsten wirkt sich der Klimawandel in Ländern des globalen Südens aus. Es sind explizit Gemeinschaften betroffen, die ohnehin ein fragiles Infrastrukturnetz haben und deren Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz oftmals unzureichend ist. Das potenziert die Ungleichheit.
So helfen die SOS-Kinderdörfer
Für die SOS-Kinderdörfer weltweit sind Klimaschutz und Kinderschutz eng miteinander verbunden. Damit Kinder und ihre Familien aufgrund der Klimakrise nicht aus ihrer Heimat vertrieben werden, etabliert die Hilfsorganisation etwa Projekte zu klimaresistenten Anbaumethoden. Jugendliche und Erwachsene erhalten Bildungsangebote für nachhaltige Berufe. In den Programmen der SOS-Kinderdörfer wird das Umweltwissen und das Klimaschutz-Engagement von Kindern und Jugendlichen gefördert.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 – 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de
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