Zoll-Jahresbilanz 2025: Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker zeigt starken Zuwachs bei Nikotinbeuteln und Snus; Warnung vor weiteren Steuer- und Verbotsschocks

Aus Sicht von Reemtsma bestätigt sich ein alarmierender Trend: Der Schwarzmarkt für Tabak- und Nikotinprodukte bleibt nicht nur auf hohem Niveau, sondern wird breiter, dynamischer und für Behörden wie den deutschen Zoll immer schwerer kontrollierbar.\“Der illegale Handel mit Tabak- und Nikotinprodukten bleibt ein massives Problem – und er verlagert sich zunehmend in neue Produktkategorien. Wenn bei Nikotinbeuteln und Snus schon Anfang Mai mehr Sicherstellungen von illegalen Produkten vermeldet wurden als im gesamten Vorjahr, ist das ein klares Warnsignal\“, sagt Christian Cordes, Director Corporate&Legal Affairs Cluster DACH bei Reemtsma.
Eine klare Regulierung könnte illegale Strukturen zurückdrängen, zusätzliche Steuereinnahmen generieren, Produktstandards festlegen und den Jugendschutz stärken. Auch die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ) und der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) hatten im Märzgemeinsam darauf hingewiesen (https://www.bvte.de/de/presse/pressemitteilung/neue-verbote-befeuern-den-schwarzmarkt-fuer-e-zigaretten-und-tabak-zollgewerkschaft-und-bvte-warnen-vor-strukturellem-kontrollverlust-bei-illegalen-tabak-und-nikotinprodukten), dass der illegale Markt weiter an Dynamik gewinnt und speziell der Onlinehandel staatliche Kontrollen zunehmend erschwert.\“Jugend- und Verbraucherschutz und Steuerehrlichkeit entstehen nicht durch Wegsehen oder faktische Verbote, sondern durch kontrollierbare Regeln. Wer Nikotinbeutel dauerhaft in einer rechtlichen Grauzone hält, überlässt den Markt den Falschen\“, so Christian Cordes.
Steuer- und Verbotsschocks drohen illegalen Handel weiter zu befeuern
Vor diesem Hintergrund warnt Reemtsma eindringlich vor politischen Maßnahmen, die den Schwarzmarkt in Deutschland zusätzlich stärken könnten. Dazu zählen die vom Bundesministerium der Finanzen geplanten kurzfristigen und deutlichen Tabaksteuererhöhungen ebenso wie ein vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat verfolgtes Verbot von Menthol und anderen Inhaltsstoffen bei E-Zigaretten. Beide Vorhaben könnten zu erheblichen Ausweichbewegungen in den grenzüberschreitenden sowie illegalen Handel führen. Bei klassischen Zigaretten zeigen die Erfahrungen aus Deutschland der Jahre 2002 bis 2005 sowie aktuelle Entwicklungen in Frankreich und den Niederlanden, dass sprunghafte Steuererhöhungen den legalen Markt destabilisieren, erhebliche Steuermindereinnahmen und Ausweichbewegungen in den Schwarzmarkt auslösen können.
Politik darf den Vollzug nichtüberfordern
Auch bei E-Zigaretten würde ein Mentholverbot eine stark nachgefragte Produktkategorie praktisch komplett aus dem legalen Markt verdrängen. Die Folge wären absehbar mehr illegale Online-Angebote, weniger Alterskontrollen und noch mehr nicht verkehrsfähige Produkte. BDZ-Bundesvorsitzender Thomas Liebel warnte bereits im März mit Blick auf den illegalen Online- und Versandhandel vor weiter zunehmenden Vollzugsproblemen. Dazu ergänzt nun Christian Cordes:\“Wer zusätzliche Steuer- und Verbotsschocks beschließt, muss auch ehrlich sagen, wer sie morgen kontrollieren soll. Der Zoll leistet enorme Arbeit. Aber Politik darf den Vollzug nicht mit immer neuen Ausweichbewegungen überfordern, die sie selbst auslöst.\“
Kurzfristige Tabaksteuererhöhung birgt erhebliche Compliance-Risiken
Besonders kritisch bewertet Reemtsma eine mögliche Tabaksteuererhöhung bereits zum 01.09.2026. Eine so kurzfristige Anpassung würde auch den legalen Markt vor massive operative Herausforderungen stellen. Eine Änderung des Kleinverkaufspreises löst eine vollständige Systemumstellung über die gesamte Lieferkette hinweg aus: Hersteller, Großhandel, Einzelhandel, Bundesdruckerei, Steuerzeichenstelle und Kassensysteme müssen angepasst werden. Tausende Artikelnummern und GTIN-Barcodes müssten neu vergeben, Steuerzeichen bestellt, Verpackungen überarbeitet, Packungsdaten gepflegt und Bestände koordiniert werden.\“Eine Tabaksteuererhöhung ist keine einfache Preisänderung am Regal. Sie löst eine vollständige Systemumstellung aus, die mindestens sechs bis neun Monate braucht. Dieser Vorlauf ist kein Komfortpuffer, sondern systembedingt notwendig. Wer das ignoriert, schafft sehenden Auges massive Compliance-Risiken imlegalen Markt\“, betont Christian Cordes.
Aus Sicht von Reemtsma ist mit einem Anlass wie der Zoll-Jahresbilanz ein klarer politischer Auftrag verbunden. Zoll- und Polizeibehörden brauchen nicht nur Anerkennung, sondern Rahmenbedingungen, die ihre Arbeit erleichtern: klare Zuständigkeiten, vollzugstaugliche Gesetze, wirksame Kontrollen, spürbare Sanktionen gegen illegale Anbieter und eine Regulierung, die Nachfrage nicht noch weiter in unkontrollierte Kanäleverdrängt.
*Der Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker wertet seit Anfang 2025 fortlaufend offizielle Mitteilungen von Zoll- und Polizeibehörden zu Sicherstellungen illegaler oder nicht verkehrsfähiger Tabak- und Nikotinprodukte in Deutschland aus. Damit weist er zwar keine absoluten Zahlen aus, bietet auf Basis offizieller Quellen jedoch ein bislang einzigartiges Bild zur Dynamik des Schwarzmarkts in Deutschland.
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Peter Fobe
Unternehmenssprecher
Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH
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