Zahl der gesprengten Geldautomaten sinkt deutlich

\“Die Kriminellen haben in den vergangenen Jahren immer wieder ihren Modus Operandi geändert\“, berichtet Friedrich Schneider, Risikoberater bei der R+V Versicherung, bei der rund jeder vierte Geldautomat in Deutschland versichert ist.\“Für die Angriffe auf Geldautomaten haben die Bankräuber bis 2019 vor allem Gas genutzt. Danach ist die Zahl der Sprengungen mit festen Explosivstoffen sprunghaft gestiegen.\“Im Jahr 2023 hat die R+V dann den bisher höchsten Stand solcher Sprengungen verzeichnet.
Besonders fatal: Die Angriffe mit Festsprengstoff haben nicht nur die Geldautomaten zerstört. Die Wucht einer solchen Explosion ist so massiv, dass in den Bankfilialen Glasfronten zu Bruch gehen, Mauerteile durch die Luft fliegen und ganze Gebäudeteile massiv beschädigt werden können. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von angrenzenden Wohnungen werden durch solche Verbrechen gefährdet.
Gemeinsames Sicherheitskonzept mit den Banken
\“Auf das veränderte Vorgehen der Bankräuber haben wir reagiert\“, erklärt der R+V-Experte. Schneider und sein Team erstellen Sicherheitskonzepte und beraten die Banken zum Schutz vor kriminellen Angriffen – von der Überprüfung von Alarmanlagen, Tresorräumen und Kundenschließfächern bis hin zur optimalen Sicherung von Geldautomaten. Schneider:\“Wir entwickeln unsere Sicherheitskonzepte ständig weiter – gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken, die wie wir zur genossenschaftlichen FinanzGruppe gehören.\“
Das gemeinsame Streben nach mehr Prävention ist von Erfolg gekrönt: 2025 ist die Zahl der geknackten Geldautomaten im Vergleich zu 2023 um fast 70 Prozent zurückgegangen.\“Dieser Erfolg ist nur durch intensive Präventionsanstrengungen der Banken möglich geworden\“, sagt Schneider.\“Und die positive Entwicklung setzt sich fort: Im ersten Quartal 2026 verzeichnen wir rund 60 Prozent weniger Angriffe auf Geldautomaten als im Vorjahreszeitraum.\“
Besonders wirksam: Geldfärbesysteme
Dieüberarbeiteten Sicherheitskonzepte sind inzwischen im gesamten Bundesgebiet annähernd flächendeckend umgesetzt. Schneider hebt dabei besonders die Wirkung der Geldfärbesysteme hervor:\“Die modernen Systeme werden durch die Sprengung ausgelöst. Dann verteilt sich die Farbe und die Geldscheine werden unbrauchbar.\“Methoden, um Geld einzufärben, gibt es schon lange. Allerdings funktionierten diese nur bei mechanischen Angriffen zuverlässig.
\“Auch wenn wir jetzt eine sehr positive Bilanz ziehen können, dürfen wir uns in Sachen Prävention nicht zurücklehnen\“, sagt der Risikoberater der R+V.\“Die Bankräuber werden nach neuen Wegen suchen, um an das Geld zu kommen. Es gibt also guten Grund, wachsam zu bleiben.\“
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