Globale Unternehmensstudie: KI-Transformation scheitert nicht an der Technologie – sondern an Organisation, KI-Fähigkeiten und Führung

– Hoher Anspruch, geringe Umsetzung: 62 Prozent der Unternehmen erwarten tiefgreifende KI-bedingte Veränderungen ihres Betriebsmodells, aber nur 38 Prozent haben die Transformation bereits angestoßen
– Nicht die Technologie bremst KI aus, sondern Organisation, KI-Fähigkeiten und Führung: 49 Prozent nennen fehlende KI-Fähigkeiten als größte Hürde, 37 Prozent halten ihre Strukturen und Prozesse für ungeeignet
– Fehlende Grundlagen bremsen KI-Skalierung: 59 Prozent halten ihre Führung für nicht ausreichend vorbereitet, 42 Prozent zweifeln an ihren Governance-Strukturen
Unternehmen investieren massiv in Künstliche Intelligenz (KI), doch der wirtschaftliche Durchbruch bleibt häufig aus. Der Grund liegt laut der neuen Roland-Berger-Studie\“The AI-First Organization – Turning AI power into enterprise performance\“nicht in der Technologie selbst, sondern in veralteten Organisationsmodellen. Für die Studie wurden weltweit 472 Führungskräfte befragt. Das Ergebnis: Viele Unternehmen erkennen zwar die Tragweite der KI-Transformation, passen ihre Strukturen, Entscheidungswege und Führungsmodelle aber bislang nur unzureichend an.
Die Zahlen zeigen eine deutliche Umsetzungslücke: 62 Prozent der Befragten rechnen mit großen oder radikalen Veränderungen ihres Betriebsmodells. Doch nur 38 Prozent haben bereits mit der entsprechenden Transformation begonnen. Gleichzeitig halten 59 Prozent die eigene Führung für nicht ausreichend auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet. Die Studie beschreibt damit eine wachsende Kluft zwischen strategischem Anspruch und operativer Realität.
Besonders bemerkenswert: Als größte Hürde für die Wertschöpfung durch KI nennen die Befragten nicht die Technologie, sondern Menschen, Fähigkeiten und Kompetenzen. 49 Prozent sehen hier die größte Barriere. Dahinter folgen Organisationsstruktur und Prozesse mit 37 Prozent, und erst auf Platz drei technologische Anforderungen mit 34 Prozent. Zugleich fehlt es vielerorts an den Grundlagen für eine skalierbare KI-Nutzung: 42 Prozent der Unternehmen sind nicht sicher, ob sie über die richtigen Governance-Strukturen verfügen, und 59 Prozent melden, dass ihre Führungskräfte unzureichend vorbereitet sind.
Die Studie zeigt außerdem klar, worin sich führende Unternehmen, die bei der KI-Transformation bereits erfolgreich vorangekommen sind, vom Rest unterscheiden: 65 Prozent arbeiten auf einer gemeinsamen Technologieplattform, um Daten, Prozesse und Systeme abteilungsübergreifend zu vernetzen. Bei den weniger fortgeschrittenen Unternehmen sind es nur 18 Prozent. 58 Prozent bauen KI-Kompetenzen breit über alle Funktionen hinweg auf, bei den Nachzüglernsind es lediglich 14 Prozent. Auch bei der Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit wird der Vorsprung deutlich: 88 Prozent der KI-Vorreiter treffen systematisch datenbasierte Entscheidungen, 73 Prozent arbeiten in cross-funktionalen agilen Teams.
\“Viele Unternehmen kommen bei KI in einzelnen Anwendungen schnell voran – doch die Organisation hält mit diesem Tempo oft nicht Schritt\“, sagt Cyrus Asgarian, Senior Partner bei Roland Berger.\“Gerade hier entscheidet sich aber, ob aus technologischen Fortschritten auch nachhaltige Wirkung entsteht. Dafür müssen Governance, Datenbasis, Prozesse und Führung gezielt weiterentwickelt und das Betriebsmodell konsequent auf KI ausgerichtet werden.\“
\“Für Unternehmen ist jetzt der Zeitpunkt, die strukturellen Voraussetzungen für den breiten KI-Einsatz zu schaffen\“, ergänzt Niels Kammerer, Partner bei Roland Berger.\“Entscheidend sind klare Verantwortlichkeiten und eine durchgängige Daten- und Technologieplattform, um schnellere datenbasierte Entscheidungen treffen zu können. Zusätzlich muss das Führungsverständnis neu definiert werden in einer Welt, in der die Leistungserbringung hybrid durch Beschäftigte und KI-Agenten erfolgt.\“
Über die Studie
Die Studie basiert auf einer globalen Befragung von 472 Führungskräften aus großen und mittelständischen Unternehmen. Die Erhebung wurde zwischen Dezember 2025 und April 2026 durchgeführt und umfasst die Branchen Automotive, Industriegüter, Finanzdienstleistungen und Versicherungen, Pharma und Healthcare, Konsumgüter, Handel und Logistik sowie Telekommunikation und Medien. Regional verteilen sich die Teilnehmenden auf Deutschland, Österreich und die Schweiz (35%), das übrige Europa (30%), Nordamerika (15%), den Mittleren Osten (10%) sowie Asien und Ozeanien (10%).
Über Roland Berger
Roland Berger ist die einzige führende Strategieberatung mit europäischen Wurzeln. Das Unternehmen vereint tiefe Industrie- und Branchenkenntnis mit umfassender Erfahrung in zentralen Managementfunktionen und Transformationsprojekten. 1967 gegründet und mit Hauptsitz in München, unterstützt Roland Berger Unternehmen weltweit bei der Gestaltung und Umsetzung komplexer Transformationen – von strategischer Neuausrichtung über Performance-Steigerung bis hin zur Entwicklung und Anwendung datenbasierter, KI-gestützter Lösungen. Roland Berger hat es sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit in allen Projekten zu verankern. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von über einer Milliarde Euro.
Pressekontakt:
Philipp Topitsch
Corporate Communications&PR
Tel.: +49 160 744-4452
E-Mail: philipp.topitsch@rolandberger.com
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