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Wer sich für das Gemeinwohl einsetzt, muss geschützt werden

 

Der WEISSE RING legt am diesjährigen Tag der Kriminalitätsopfer, dem 22. März, ein besonderes Augenmerk auf Menschen im Dienst der Gesellschaft, die angegriffen worden sind. Dazu zählen verschiedene Gruppen: Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte sowie Politikerinnen und Politiker, aber auch Krankenhauspersonal, Mitarbeitende von Schulen und Arbeitsämtern oder Beschäftigte im Nah- und Fernverkehr.

\“Im Prinzip kann es jeden treffen, der im direkten Bürgerkontakt steht\“, sagt Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des WEISSEN RINGS.\“Dabei sind Menschen, die ehrenamtlich helfen, ebenso betroffen wie jene, deren Beruf die Tätigkeit ist. Das sendet ein katastrophales Signal. Wir laufen Gefahr, dass sich irgendwann kaum noch jemand bereiterklärt, diese für unsere Gesellschaft so wichtigen Aufgaben zu übernehmen.\“

\“Am heutigen Tag der Kriminalitätsopfer gilt unsere Solidarität besonders all jenen, die Gewalt erfahren mussten. Sie verdienen nicht nur unser Mitgefühl, sondern vor allem Gehör, Schutz und Gewissheit: Sie sind nicht allein. Mein besonderer Dank gilt den Opferbeauftragten von Bund und Ländern sowie dem Weißen Ring e. V., der Kriminalitätsopfern seit über fünf Jahrzehnten unverzichtbare Hilfe bei der Bewältigung von Tatfolgen leistet\“, sagt Alexander Dobrindt, Bundesminister des Inneren.

Bei Angriffen gegen Menschen, die im Dienst des Gemeinwohls arbeiten, variieren die Formen der Gewalt:\“DieÜbergriffe reichen von Beschimpfungen und Beleidigungen über Sachbeschädigung bis hin zu gefährlichen Attacken auf Leib und Leben\“, so Biwer. Im Februar 2026 sorgte der Fall des im Dienst getöteten Zugbegleiters Serkan C. bundesweit für Entsetzen. Der 36-Jährige wurde während einer Fahrkartenkontrolle in einem Regionalzug von einem Mann ohne Fahrschein attackiert und starb später an seinen schweren Verletzungen.\“Dieser tragische Fall hat uns erneut daran erinnert, dass dringend etwas getan werden muss. Und dass schon Alltagssituationen eskalieren können\“, sagt die Bundesgeschäftsführerin des WEISSEN RINGS.

Wie ernst die Situation ist, belegen die Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums von Januar bis Oktober fast 3.000 Straftaten gegen Mitarbeitende der Deutschen Bahn registriert. Die Zahl der Angriffe auf Politikerinnen und Politiker belief sich im Jahr 2024 auf fast 5.000 erfasste Fälle – ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zu 2023. Aus dem Bundeslagebild\“Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte 2024\“, welches auch Angriffe auf Rettungsdienste und Feuerwehr beinhaltet, geht ein neuer Höchststand hervor. Die Gewalttaten gegen Polizistinnen und Polizisten bleiben mit 46.367 Fällen auf sehr hohem Niveau. Bei Gewalttaten gegen sonstige Rettungskräfte wurden 2.916 Betroffene erfasst.

\“Wir nehmen eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft wahr. Die Politik muss hier unbedingt handeln, damit sich Menschen in ihrem Job wieder sicher fühlen können\“, sagt Bianca Biwer.\“Wir können alle etwas tun. Wir müssen aufmerksam sein und handeln, wenn wir sehen, dass jemand in Not ist. Dabei ist es wichtig, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Wir können immer die Polizei rufen. Außerdem können wir weitere Menschen ansprechen und so versuchen, die Situation zu deeskalieren, und uns um die betroffene Person kümmern.\“Das sind Mittel der Zivilcourage, die helfen können, anderen zu helfen.\“Und wenn wir uns selbstärgern, weil irgendetwas nicht so läuft, wie wir uns das vorgestellt haben, dann kann es helfen, kurz durchzuatmen und seine Beschwerde auf offiziellen Wegen einzureichen, statt einen Menschen dafür verantwortlich zu machen, der meistens gar nichts dafür kann. Wir müssen als Gesellschaft aufeinander achten, wieder mehr zusammenwachsen und wieder mehr Verständnis füreinander haben\“, so Bianca Biwer.

Hintergrund-Info zum\“Tag der Kriminalitätsopfer\“

Seit 1991 macht der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, alljährlich mit dem\“Tag der Kriminalitätsopfer\“am 22. März auf Menschen aufmerksam, die durch Kriminalität und Gewalt geschädigt wurden. Der Tag soll das Bewusstsein für Opferbelange in Deutschland stärken und Informationen zu Prävention, Schutz und praktischen Hilfen geben. Inzwischen ist der Aktionstag fester Bestandteil im Kalendervon Institutionen aus den Bereichen Politik, Justiz und Verwaltung, aber auch von Vereinen und Schulen.

Der WEISSE RING wurde 1976 in Mainz gegründet als\“Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten e. V.\“. Er ist Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Der Verein unterhält ein Netz von rund 3.000 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelferinnen und -helfern in bundesweit 400 Außenstellen, beim Opfer-Telefon und in der Onlineberatung. Der WEISSE RING hat mehr als 100.000 Förderer und ist in 18 Landesverbände gegliedert. Er ist ein sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner für Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien in allen Fragen der Opferhilfe. Der Verein finanziert seine Tätigkeit ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spendenund testamentarischen Zuwendungen sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhängten Geldbußen. Der WEISSE RING erhält keinerlei staatliche Mittel.

Pressekontakt:

WEISSER RING e. V.
Team Medien&Recherche
Fon: +49 6131 8303-4000
E-Mail: presse@weisser-ring.de
Web: www.wr-magazin.de

Original-Content von: Weisser Ring e.V.,übermittelt durch news aktuell

Posted by on 20. März 2026.

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Categories: Allgemein

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