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Wenn die letzte Kneipe schließt: Neue Studie zeigt gesellschaftliche Kosten inkohärenter Steuerpolitik

 

Eine mögliche Erhöhung der Spirituosensteuer würde Bars, Kneipen und Clubs in Deutschland in einer ohnehin angespannten Lage zusätzlich belasten. Das zeigt die neue Studie\“Der gesellschaftliche Wert von Bars, Clubs und Kneipen\“, die im Auftrag der Cocktail.Kultur.Gesellschaft. von EY-Parthenon erstellt wurde. Sie macht deutlich: Wenn getränkegeprägte Gastronomiebetriebe schließen, geht weit mehr verloren als ein Unternehmen. Es verschwinden Orte, an denen Menschen zusammenkommen, Nachbarschaft entsteht, Vereinsleben stattfindet und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Alltag gelebt wird.

Orte der Begegnung und des Diskurses verschwinden

Die Studie zeigt, dass Bars, Kneipen und Clubs wichtige\“Dritte Orte\“neben Zuhause und Arbeitsplatz sind. Sie schaffen niedrigschwellige Räume für Begegnung, Austausch und Teilhabe und leisten damit einen Beitrag zu Gemeinschaft, sozialem Vertrauen und lokaler Demokratie. Gerade in Zeiten, in denen öffentliche Begegnungsräume vielerorts seltener werden, sind sie soziale Ankerpunkte in Städten, Gemeinden und Quartieren.\“Die vorliegende Studie legt offen, was in der steuerpolitischen Debatte bislang systematischübersehen wird, und macht deutlich, wie unverzichtbar Bars und Clubs für das soziale Miteinander in Deutschland sind\“, kommentiert Dr. Marcel Klinge, Vorstandssprecher, Denkfabrik Zukunft der Gastwelt, die Studienergebnisse. Auch politisch findet diese Bedeutung zunehmend Anerkennung. So hat sich die neue Regierungskoalition aus CDU und SPD in Rheinland-Pfalz vorgenommen, ein\“Dorfkneipenprogramm\“auf den Weg zu bringen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und Orte der Begegnung zu erhalten.

Arbeitsplätze und Betriebe unter zusätzlichem Druck

Gleichzeitig ist die Getränkegastronomie ein relevanter Wirtschaftsfaktor in Deutschland: Im Jahr 2024 erzielte die Branche über 9,6 Milliarden Euro Umsatz. Bundesweit gibt es mehr als 32.400 Betriebe, in denen rund 225.000 Menschen beschäftigt sind. Zwischen 44 und 51 Prozent der Bevölkerung besuchen regelmäßig Gastronomiebetriebe zum Zweck des Getränkekonsums. Die Branche steht jedoch massiv unter Druck. Steigende Personal-, Energie- und Mietkosten und rückläufige Besucherfrequenzen belasten viele Betriebe. Die Zahl der getränkegeprägten Gastronomiebetriebe sank von 40.794 im Jahr 2015 auf 32.610 im Jahr 2024, was einem Rückgang von ca. 20 Prozent entspricht. Zugleich steigen die Insolvenzen seit 2023 wieder deutlich an.\“Die Studie liefert das, was wir als DBU seit Jahren fordern: belastbare Zahlen, klare Fakten und eine fundierte Grundlage für eine sachliche, konstruktive Debatte über die Zukunft der Barbranche in Deutschland\“, kommentiert Maren Meyer, Vorstandsvorsitzende, Deutsche Barkeeper-Union e.V., die Ergebnisse der Studie.

Neue Perspektive auf die Debatte um Steuererhöhungen

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass Steuerpolitik nicht allein fiskalisch gedacht werden darf. Wer Bars, Kneipen und Clubs zusätzlich belastet, trifft Orte, die für Begegnung, Vertrauen und gesellschaftlichen Austausch unverzichtbar sind. Dass solche Schließungen auch unbeabsichtigte gesellschaftliche Folgen haben, zeigt eine aktuelle Studie von Hugo Subtil (Universität Zürich, Cepremap): In Frankreich verschwanden in zwanzig Jahren 18.000 Bars. Das betrifft vor allem Regionen, die heute Hochburgen populistischer Parteien sind.[1] Parallelen zu Deutschland sind hier durchaus erkennbar. Gerade dort, wo soziale Räume ohnehin weniger werden, kann der Verlust getränkegeprägter Gastronomie weit über wirtschaftliche Schäden hinausgehen und den Zusammenhalt vor Ort spürbar schwächen. Hinzu kommt ein steuerpolitischer Widerspruch: Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie war richtig – eine gleichzeitige Erhöhung der Spirituosensteuer wäre das genaue Gegenteil einer kohärenten Steuerpolitik.

Eine zusätzliche Belastung würde daher die beschriebene Lage weiter verschärfen. Wo höhere Kosten nicht vollständig aufgefangen oder weitergegeben werden können, gerät die wirtschaftliche Tragfähigkeit unter Druck. Eine Steuererhöhung wäre also keine abstrakte Mehrbelastung, sondern kann für Betriebe zur konkreten Existenzfrage werden.

Hier (http://heyzine.com/flip-book/780d156cd4.html) finden Sie die gesamte Studie als E-Broschüre.

Zur Studie

Die Studie\“Der gesellschaftliche Wert von Bars, Clubs und Kneipen – Kurzanalyse der sozialen und volkswirtschaftlichen Bedeutung der Getränkegastronomie in Deutschland\“wurde von EY-Parthenon im Auftrag der Cocktail.Kultur.Gesellschaft. erstellt. Die Autoren sind Dr. Ferdinand Pavel und Dr. Veit Böckers. Die Analyse basiert auf amtlichen Statistiken, wissenschaftlicher Literatur, Branchendaten sowie einer ergänzenden Befragung von Gastronomiebetrieben durch die Cocktail.Kultur.Gesellschaft.

Über die Cocktail.Kultur.Gesellschaft.

Bei der Initiative Cocktail.Kultur.Gesellschaft. handelt es sich um einen Zusammenschluss von Unternehmen und Organisationen, die die lebendige und kreative Cocktailkultur in Deutschland repräsentieren und mitgestalten wollen. Ihr Ziel ist, den gemeinsamen Interessen der deutschen Cocktailkultur ein Forum zu eröffnen und in den aktiven Dialog einzutreten. Gemeinsam wollen sie die Entwicklung eines genussvollen, verantwortungsvollen Konsums unterstützen und zu einem offenen, transparenten und fairen Dialog über seine gegenwärtige und zukünftige Bedeutung beitragen.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Webseite: www.cocktail-kultur.de

[1] siehe Cabras und Reggiani (2010, S.955-957) sowie Cabras und Mount (2017, S.72) für Großbritannien und Subtil (2026, S.3) für Frankreich.

Pressekontakt:

Initiative Cocktail.Kultur.Gesellschaft.
Kampagnenbüro @ MSLGROUP Germany GmbH
Leibnizstraße 65
10629 Berlin
Tel: +49 30 82 08 25 43
E-Mail: cocktail-kultur@mslgroup.com
Website: www.cocktail-kultur.de

Original-Contentvon: Cocktail.Kultur.Gesellschaft.,übermittelt durch news aktuell

Posted by on 12. Juni 2026.

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Categories: Allgemein

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