Weltflüchtlingstag: CARE warnt vor Folgen massiver Unterfinanzierung. Derzeit nur acht Prozent der benötigten Mittel für die Bewältigung globaler Flüchtlingskrisen gedeckt.

\“Die Zahlen sind alarmierend: Seit 2022 wurden die Mittel für humanitäre Hilfe in Deutschland um 70 Prozent gekürzt. Die Folgen treffen nicht abstrakte Projekte, sondern Menschen in größter Not\“, warnt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland.\“Wenn die Gesundheitsversorgung in Flüchtlingscamps zusammenbricht, Gesundheitshelfer:innen fehlen und Medikamente nicht bezahlt werden können, wird eine Geburt zur Lebensgefahr für die geflohene Mutter und ihr Kind. Aus dem Libanon berichten unsere Nothilfe-Teams, dass vertriebene Frauen in Schulen, Autos und überfüllten Notunterkünften Kinder zur Welt bringen – ohne Privatsphäre, ohne sauberes Wasser und ohne medizinische Betreuung. Dies macht deutlich: Humanitäre Hilfe ist kein Add-on oder Luxus, sie rettet Leben.\“
Vertreibungskrise Sudan: Ein Drittel der Bevölkerung auf der Flucht
Die Situation ist besonders in langfristigen und akut eskalierenden Flüchtlingskrisen dramatisch: Für die Unterstützung von Geflüchteten aus dem Sudan in den Nachbarländern stehen derzeit beispielsweise nur 13 Prozent der benötigten Gelder zur Verfügung. Der seit 2023 andauernde Krieg im Sudan hat die derzeit größte Vertreibungskrise weltweit ausgelöst. Rund 11,5 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes oder über die Grenzen hinweg vertrieben. Mehr als 4,5 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer Ägypten, Tschad, Südsudan oder Libyen geflohen. Viele leben dort in überfüllten Aufnahmezentren, Flüchtlingscamps oder informellen Unterkünften und haben keinen ausreichenden Zugang zu Wasser, Nahrung und Medikamenten. Die unzureichende finanzielle Unterstützung droht, diese prekäre Situation weiter zu verschärfen.
Sarah Easter, CARE-Referentin für Nothilfekommunikation, war vor Kurzem im Südsudan an der Grenze zum Sudan. Sie beschreibt die Lage vor Ort:
\“Täglich fliehen Zehntausende Menschen über Sudans Grenzen. Ich habe überfüllte Transitzentren gesehen, Familien, die im Freien schlafen, Kinder, die wegen Hunger und Erschöpfung kaum noch gehen können, und Mütter, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder versorgen sollen. Gleichzeitig müssen Hilfsorganisationen Programme kürzen und schwierige Entscheidungen treffen, weil die Finanzierung fehlt. Die Folgen: geschlossene Gesundheitsstationen, fehlende Mahlzeiten, Geburten im Freien ohne medizinisches Personal. Humanitäre Hilfe rettet Leben. Dies ist nur möglich, wenndie internationale Gemeinschaft diese Hilfe auch finanziert.\“
Hinweis für Redaktionen: Sarah Easter, CARE-Referentin für Nothilfekommunikation, war kürzlich in der Grenzregion Südsudan/Sudan, um sich ein Bild von der Lage sudanesischer Geflüchteter zu machen. Bei Interesse an einem Gespräch mit ihr melden Sie sich gerne.
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