Warum die Plakette oft ausbleibt – Mängel-Spitzenreiter 2025: KÜS kennt die Schwachstellen und gibt vor dem Prüftermin praktische Tipps

20-Minuten-Check gegen böse Überraschungen
Dass die Beleuchtung in der Statistik ganz oben steht,überrascht vielleicht. Aber schon kleine Defekte fallen bei der HU ins Gewicht: ein ausgefallenes Leuchtmittel, falsch eingestellte Scheinwerfer oder beschädigte LED-Elemente. Ein kurzer Rundgang um das Fahrzeug schafft hier oft schon Klarheit.\“Die Beleuchtung ist ein typisches Beispiel für einen Mangel, der oft vermeidbar wäre\“, sagt Kautenburger. Ein schneller Vorabcheck dauert nur ein paar Minuten. Geprüft werden sollten Abblend- und Fernlicht, Fahrtrichtungsanzeiger, Bremsleuchten, Schlusslichter, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung. Auch die Ausrichtung der Scheinwerfer lässt sich grob einschätzen. Vor einer Wand zeigt sich, ob eine vorgeschriebene Hell-Dunkel-Grenze zu erkennen ist oder ein Scheinwerfer\“die Baumwipfel ausleuchtet\“. Bei modernen Fahrzeugen meldet das Bordmenü vieles. Alles erkennt es aber nicht. Gerade LED-Systeme können tückisch sein. Ein einzelnes Segment bleibt dunkel, während der Rest noch funktioniert. Bei der HU gilt das bereits als Mangel. Eine weitere Gruppe fällt in der Statistik stark ins Gewicht: Achsen, Räder und Reifen. Fast jeder fünfte festgestellte Mangel fällt in diesen Bereich. Dabei muss niemand mit der Taschenlampe unter das Auto kriechen, um das Lager einer Koppelstange zu beurteilen. Viele Auffälligkeiten an den Reifen sind schon in der Hofeinfahrt erkennbar. Zunächst zählt die Profiltiefe: Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter. Empfehlenswert sind etwa drei Millimeter bei Sommerreifen und vier bei Winterreifen. Ebenso wichtig sind sichtbare Schäden. Schnitte, Beulen oder Risse sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Auch das Verschleißbild verrät viel. Nutzt sich die Lauffläche ungleichmäßig ab, kann das auf Probleme bei Spur, Fahrwerk, Luftdruck oder Dämpfung hinweisen.
Vorher hinschauen lohnt sich
Bei der Sicherheit spielt die Bremsanlage eine zentrale Rolle. Für Laien ist hier nicht alles auf den ersten Blick zu erkennen. Einige Warnzeichen gibt es aber: Das Bremspedal sollte einen klaren Druckpunkt haben. Spürbare Vibrationen können auf verschlissene oder verzogene Bremsscheiben hindeuten. Auch die Feststellbremse verdient Aufmerksamkeit: Ihrenicht ausreichende Wirkung führt sogar die Liste der einzelnen erheblichen Mängel an. Dieser Punkt wurde 38.000 Mal dokumentiert. Ein einfacher Test gibt erste Hinweise: Hält das Fahrzeug sicher an einer Steigung? Lässt es sich bei angezogener Bremse noch bewegen? Solche Beobachtungen ersetzen keine Werkstattprüfung. Sie zeigen aber, ob genauer hingeschaut werden sollte. Bei den einzelnen erheblichen Mängeln folgt auf die Feststellbremse der Ölverlust am Motor. Rund 36.000 Mal stand\“Umweltbelastung: Motor undicht -Ölverlust mit Abtropfen\“in den Prüfberichten. Insgesamt liegt die Mängelgruppe Umweltbelastung mit 17 Prozent auf Rang vier der KÜS-Statistik.
Ein Blick unter das Fahrzeug gibt schnell Aufschluss: Frische Tropfen, feuchte Stellen oderölige Spuren sind klare Warnzeichen. Wird dann die Plakette wegen eines Mangels nicht zugeteilt, läuft eine klare Frist. Die festgestellten Mängel müssen unverzüglich behoben werden. Lediglich der Nachweis über die Beseitigung der Mängel darf bis zu einem Monat in Anspruch nehmen, um eine Nachkontrolle machen zu lassen. Danach ist eine neue Hauptuntersuchung verpflichtend.
Insgesamt sind es eher wenige Punkte, die im Vorfeld einer Hauptuntersuchung durch den Laienüberprüft werden können. Eine vollwertige HU ersetzt diese Überprüfung zwar nicht. Aber: Wer genau hinschaut, kann dem HU-Termin ruhig entgegensehen – und entgegenfahren.
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