VRdS-Preis für Wirtschaftsrhetorik 2026 geht an Infineon, Siemens Energy und Hannover Re

Starke Storys aus Unternehmen, nahbare Auftritte, selbstbewusste Rednerinnen und Redner – und betont\“menschliche\“Reden vor dem Hintergrund einer KI-Diskussion: Dieses Fazit zieht der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache nach der Analyse der diesjährigen Hauptversammlungsreden der 40 Dax-Unternehmen. 25 professionelle Redenschreiberinnen und Redenschreiber untersuchten anhand von mehr als 20 Einzelkriterien rund um Argumentation, Stil und Ausdruck die Reden der Dax-Vorstände und kürten je einen Sieger in den Kategorien\“Rhetorik\“,\“Auftritt\“und\“Der menschliche Faktor\“.
Der Preis für die beste Rhetorik geht an Infineon-CEO Jochen Hanebeck. Begründung der Jury: Die Rede überzeugt durch außergewöhnliche Klarheit und eine starke Argumentation. Zudem wurden komplexe technologische Themen sehr verständlich und anschaulich vermittelt. Die Rede hat eine klare Struktur und eine klare und nachvollziehbare Dramaturgie. Sie schafft es in herausragender Weise, durch treffende Vergleiche, starke Bilder und eine souveräne Präsentation sowohl wirtschaftliche Zusammenhänge als auch technologische Entwicklungen greifbar zu machen. So entstand insgesamt ein authentischer und überzeugender Auftritt, der Rhetorik, Inhalt und Wirkung auf hohem Niveau vereint und damit Maßstäbe für Wirtschaftskommunikation setzt.
Den besten Auftritt legte laut VRdS-Urteil wie im Vorjahr Christian Bruch, CEO von Siemens Energy, hin. Ausschlaggebend war dasüberzeugende Zusammenspiel aus persönlicher Präsenz, souveräner Bühnenwirkung und einer Inszenierung, die Inhalte verständlich und erlebbar machte.\“Mit einemüberraschenden, filmischen Einstieg, einer natürlichen und nahbaren Art sowie einer klaren, kraftvollen Sprache gelingt es Bruch, Aufmerksamkeit zu gewinnen und bis zum Schluss zu halten\“, sagt Jury-Mitglied Schifra Wittkopp. Besondersüberzeugend sei, dass die Inszenierung konsequent die Botschaft der Rede unterstütze. Videos, Gespräche mit Mitarbeitenden und anschauliche Requisiten machten komplexe Themen verständlich und verliehen dem Auftritt Authentizität und Wirkung.
In der Kategorie\“Der menschliche Faktor\“zeichnet der Verband Clemens Jungsthöfel aus, den Vorstandsvorsitzenden der Hannover Re. Er landete knapp vor adidas-Chef Bjørn Gulden.\“Die Rede von Clemens Jungsthöfel überzeugte durch eine ruhige, präzise und glaubwürdige Kommunikation, die Vertrauen schafft, ohne auf Inszenierung oder große Effekte zu setzen\“, so VRdS-Vizepräsident und Jury-Mitglied Jürgen Sterzenbach. Besonders hervorzuheben sei die\“Verbindung aus professioneller Distanz und menschlicher Nahbarkeit\“.
adidas-Chef Bjørn Gulden lieferte in diesem Jahr ebenfalls ein herausragendes Beispiel für\“menschliche Reden\“. Er glänzte durch authentisches Storytelling und gelungene Interaktion mit dem Publikum. Beide Reden zeigen, wie es gelingen kann, mit einer Rede eine Beziehung zum Publikum aufzubauen.
Beeindruckt hat die Jury zudem der Auftritt von Stefan Klebert, CEO des Dax-Neulings GEA.\“Klebert verkörpert in seiner Rede sehr glaubhaft eine Mischung aus positiver Bodenständigkeit und visionärer Kraft\“, sagt Jury-Teamleiter Christoph Schlegel.
Moleküle und Kautschuk – was HV-Reden interessant macht
Das Jahr 2026 war geprägt von einer Vielzahl an Herausforderungen, die sich auch in den Reden widerspiegelten. An dieser Stelle sei vor allem auch Bettina Orlopp, Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, genannt, die vor dem Hintergrund einer drohenden Übernahme ihrer Bank eine in vieler Hinsicht gelungene Verteidigungsrede halten musste. Sehr seriös, sehr sachlich und mit großem Selbstbewusstsein überzeugte sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörer – und vor allem auch die Aktionäre.
Die rhetorischen Leistungen des Top-Managements in Deutschland sind auf einem anhaltend guten Niveau. Das zeigen auch Beispiele wie Beiersdorf-CEO Vincent Warnery, der mit der Darstellung eines Moleküls eine hochspannende Analogie geschaffen hat, oder Continental-Chef Christian Kötz, der anhand eines Kautschukelements den Weg eines Reifens nachzeichnet.
Eine weitere positive Entwicklung: Offenbar erkennen immer mehr Unternehmen, dass es bei der Rede auf einer Hauptversammlung nicht unbedingt eine aufwendige Show mit Video-Einspielern und großartigen Präsentationen sein muss, um Menschen zu überzeugen. Vielmehr zählen Haltung, Empathie und auch Humor sowie eine inhaltlich überzeugende Rede.
Aus Sicht des Verbands ist es zudem eine positive Entwicklung, dass wieder mehr Unternehmen in Veranstaltungshallen zurückkehren.\“Nach der coronabedingten Verlegung der Hauptversammlungen in Studios entdecken jetzt immer mehr Unternehmen, wie stark Reden wirken, wenn sie direkt vor Menschen gehalten werden\“, sagt VRdS-Präsident Peter Sprong.\“Eine digitale Hauptversammlung mag praktischer sein, aber um Menschen wirklich zu erreichen und vor allem zuüberzeugen, braucht es den direkten Kontakt mit dem Publikum.\“
Hintergrund: VRdS-Preis für Wirtschaftsrhetorik
Mit dem Preis für Wirtschaftsrhetorik kürt der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache zum vierten Mal CEOs aus dem deutschen Leitindex Dax für ihre Redeleistung in drei Kategorien. Dabei bleiben die Kategorien Rhetorik und Auftritt konstant, während die dritte Kategorie jährlich wechselt. 2025war diese Kategorie\“Zuversicht\“, 2024\“Ethos\“, 2023\“Storytelling\“.
– Rhetorik: In diese Kategorie fließen Bewertungskriterien ein wie Aufbau und Struktur, Argumentation und Sprache/rhetorische Stilmittel.
– Auftritt: In diese Kategorie fließen Bewertungskriterien ein wie Blickkontakt mit Zuhörern, Mimik/Gestik/Körpersprache, Inszenierung, Stimme und Dynamik des Auftritts.
– Der menschliche Faktor: Um die Preisverleihung interessant zu halten, wählt der VRdS jährlich eine neue Kategorie. Vor dem Hintergrund der Diskussion um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Erstellung von Reden zeichnet der Verband mit der Kategorie\“Der menschliche Faktor\“ganz bewusst unverwechselbare und im besten Sinne\“menschliche\“Reden aus.
Das prmagazin ist exklusiver Medienpartner des VRdS-Preises für Wirtschaftsrhetorik.
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