Vom IT-Dienstleister zum Wegbereiter der Kreislaufwirtschaft: Wie ein Schweizer KMU mit 3D-Druck gegen die Wegwerfgesellschaft ankämpft
Lyss. Es ist ein mutiger Schritt, den viele etablierte Unternehmer scheuen: Die völlige Neuausrichtung des eigenen Geschäftsmodells. Seit 2016 hat sich die Intradaten erfolgreich im anspruchsvollen Schweizer IT-Projektgeschäft behauptet – zunächst als Einzelunternehmen, seit 2021 als GmbH. Doch als die Auftragszahlen im traditionellen IT-Sektor branchenweit zu stagnieren begannen, entschied sich die Geschäftsführung gegen den Stillstand und für eine radikale, grüne Innovation. Das Ergebnis ist das Projekt Ersatzteile-3D, das technologisches Know-how mit einer tiefen ökologischen Überzeugung vereint.
3D-Druck als Schlüssel zum aktiven Umweltschutz Das Kernkonzept des neuen Geschäftszweigs ist so simpel wie effektiv: Reparieren statt Wegwerfen. In einer Zeit, in der Ressourcenknappheit und der Klimawandel die politische und gesellschaftliche Agenda dominieren, setzt die Intradaten GmbH genau dort an, wo dieklassische Industrie oft versagt – bei der Ersatzteilbeschaffung.
„Unser Ziel ist es, funktionierenden Geräten und Maschinen ein zweites, drittes oder viertes Leben zu schenken“, erklärt die Geschäftsführung. Wenn Hersteller keine Ersatzteile mehr liefern, landen eigentlich intakte Anlagen auf dem Schrott. Durch den präzisen Nachdruck dieser Komponenten mittels additiver Fertigung wird die Produktlebenszeit massiv verlängert. Der umweltpolitische Hebel ist dabei enorm: Jedes lokal gedruckte Bauteil spart nicht nur die Rohstoffe für ein komplettes Neuprodukt, sondern reduziert auch den CO2-Ausstoss signifikant, da globale Lieferketten und lange Transportwege aus Übersee komplett entfallen. Die Fertigung findet direkt in der Schweiz statt.
Traditionelle Finanzmärkte verpassen den Anschluss Doch der Weg vom IT-Projektgeschäft zum Hardware- und Nachhaltigkeits-Pionier war steinig. Das Projekt offenbart eine systematische Schwäche im aktuellen Finanzierungssystem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Obwohl die Kreislaufwirtschaft politischstark gefordert wird, stieß das Konzept bei klassischen Kreditinstituten auf verschlossene Türen. Die Banken verweigerten die Finanzierung, und auch auf Crowdfunding-Plattformen wurde das industrielle, auf B2B- und B2C-Reparaturen fokussierte Projekt als „zu uninteressant“ für diebreite Masse eingestuft.
Wo andere Gründer aufgegeben hätten, entschied sich die Intradaten GmbH für das sogenannte Bootstrapping – die Finanzierung aus eigenen Mitteln und eigener Kraft. Dieser Gegenwind hat die Entschlossenheit nur noch verstärkt.
Ein klares Bekenntnis zum Standort und zur Zukunft Trotz der anfänglichen Hürden seitens der Finanzinstitute ist das Projekt Ersatzteile-3D heute ein funktionierendes Erfolgsprojekt, das beweist: Wahre Innovation braucht nicht immer ein Millionenbudget, sondern Leidenschaft, Resilienz und technologische Expertise.
Die Vision für die kommenden Jahre ist klar definiert. Die Intradaten GmbH wird das 3D-Druck-Segment nicht nur weiter ausbauen, um einen messbaren Beitrag zum lokalen Umweltschutz zu leisten, sondern plant fest damit, durch den Erfolg der Plattform neue, zukunftssichere Arbeitsplätze am Standort Lyss zu schaffen. Es ist ein starkes Signal für den Schweizer Wirtschaftsstandort und ein Beweis dafür, dass ökonomischer Erfolg und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen können.
Weitere Informationen zur Initiative und den technischen Möglichkeiten finden Sie unter: https://ersatzteile-3d.ch
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