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Thüringens Hamster tragen schwarz

 

Der Feldhamster ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Einst wurde er als Getreideschädling massiv verfolgt, heute setzt ihm die intensive Landwirtschaft zu, die seine Lebensräume in monotone Agrarflächen verwandelt. Im thüringischen Buttelstedt liegt eines der letzten großen Vorkommen der Art in Deutschland – mit ganz besonderen Tieren: Der Bestand zeigt eine europaweit einmalige Farbenvielfalt, vom bekannten bunten Feldhamster über hellere, fuchsfarbene und graue bis hin zu schwarzen Tieren, ein Zeichen für die genetische Vielfalt des Feldhamsterbestands in Buttelstedt. Diese ist wiederum wichtig, damit sich die Art an verändernde Umweltbedingungen anpassen kann. Um diese genetische Vielfalt zu schützen, wurde in Buttelstedt vor drei Jahren auf den Flächen des Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsguts das Praxiszentrum Feldhamsterschutz gegründet. Doch Ende 2026 soll es geschlossen werden. „Angesichts der europaweiten Bedeutung der Feldhamsterpopulation in Buttelstedt fordert die Deutsche Wildtier Stiftung das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum dazu auf, das Praxiszentrum Feldhamsterschutz zu erhalten“, erklärt Dr. Lydia Hönig, Projektleiterin Feldhamster beider Deutschen Wildtier Stiftung. „Das landeseigene Praxiszentrum, das effiziente Schutzmaßnahmen für den Feldhamster erproben und umsetzen kann, bietet eine einmalige Chance für den Erhalt der Art weit über Thüringens Landesgrenzen hinaus“, so Hönig weiter. Um den Feldhamster langfristig vor dem Aussterben zu bewahren, muss die genetische Vielfalt der Art, die sich in Buttelstedt schon in der Fellfarbe zeigt, erhalten werden.

Ursache für die schwarze Färbung der Buttelstedter Feldhamster ist der sogenannte Melanismus, der bei verschiedenen Tierarten zu beobachten ist: Das dunkle Pigment Melanin wird übermäßig in Haut, Haaren, Federn oder Schuppen eingelagert. Melanismus entsteht durch genetische Mutation und bietetmanchen Arten in ihrem Lebensraum einen Vorteil bei der Tarnung vor ihren Feinden. Wie alle Merkmale geht vererbter Melanismus wahrscheinlich auf eine Spontanmutation zurück. Er ist das Gegenstück zum Albinismus, einem Mangel an Melanin, der zu sehr heller Haut und weißen Haaren führt.

Das Fell der melanistischen Hamster ist nicht vollständig schwarz. Ihre Schnauze, die Pfoten und meist ein Fleck auf Brust oder Kehle sind weiß gefärbt. Die schwarzen Tiere unterscheiden sich in ihrem Verhalten nicht von andersfarbigen Artgenossen und können sich mit ihnen fortpflanzen. Dabei wird die schwarze Variante dominant vererbt. Schwarze Feldhamster sind neben Thüringen nur aus der Ukraine bekannt.

Die Deutsche Wildtier Stiftung schützt den Feldhamster seit über 14 Jahren. Derzeit setzt sie gemeinsam mit Landwirten Schutzmaßnahmen in Sachsen-Anhalt um und fördert Forschungs-, Bildungs- und Schutzprojekte in anderen Bundesländern.

Jenifer Calvi
Pressereferentin
Deutsche Wildtier Stiftung
Lucy-Borchardt-Straße 2
+4940970786914
j.calvi@deutschewildtierstiftung.de

Original-Contentvon: Deutsche Wildtier Stiftung,übermittelt durch news aktuell

Posted by on 24. April 2026.

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Categories: Allgemein

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