Sonntag, 7. Juni 2026, 17.15 Uhr / Terra Xplore / Longevity – für immer jung? / Moderation: Leon Windscheid

Sonntag, 7. Juni 2026, 17.15 Uhr
Terra Xplore
Longevity – für immer jung?
Moderation: Leon Windscheid
Alle wollen lange leben, aber niemand will alt sein. Biohacking verspricht ewige Jugend. Superager setzen auf ein positives Mindset. Wie blickt die Psychologie auf das Thema Longevity?
Leon Windscheid trifft einen Biohacker, die Gerontopsychologin Eva-Marie Kessler, den Soziologen Hartmut Rosa und einen frisch verliebten Hundertzweijährigen. Superager diskutieren mit Schulkindern darüber, wie wir alle besser mit dem Thema Alter umgehen können.
Wie wir altern, hängt ganz entscheidend davon ab, wie wir über das Alter denken. Das betont Eva-Marie Kessler von der Medical School Berlin, eine der führenden Alternsforschenden. Denn eine negative Sicht auf das Alter kann zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Im Gespräch mit Leon Windscheid erklärt die Expertin, welche drei Säulen für ein gutes Altwerden wichtig sind und wie viel wir davon selbst in der Hand haben. Denn Gene machen nur einen Teil unserer Lebensspanne aus. Der Rest ist Lebensstil, Umwelt, Haltung.
So wie bei Franz Bilzer, 102 Jahre alt, Trompeter und frisch verliebt. Leon trifft ihn und seine neue Liebe Doris im Konzerthaus. Für Franz liegt das Geheimnis eines vitalen Superagers vor allem in der richtigen Einstellung: nichts übertreiben, offen und neugierig bleiben, sich auf das Positive fokussieren.
Das ist auch eine der zentralen Erkenntnisse aus den Interviews, die\“logo\“-Kinderreporterinnen und -Kinderreporter mit Superagern führen. Die Kids wollen wissen, wie gutes Altwerden geht, was sie jetzt schon dafür tun können und wie ein besserer Austausch zwischen den Generationen möglich ist.
Denn in unserer Gesellschaft ist Alter immer noch negativ geprägt. Schon Kinder präsentieren ihre Anti-Aging-Produkte auf Social Media – gegen Alterserscheinungen, die noch gar nicht da sind. Ästhetische Eingriffe sind normal geworden. Falten werden weggespritzt, Gesichter geglättet, Körper optimiert. Jugend ist kein Lebensabschnitt mehr, sondern ein Leistungszustand, den es zu verteidigen gilt.
Der US-amerikanische Unternehmer Bryan Johnson will genau das und polarisiert mit seiner radikalen Mission\“Don t Die.\“Er inspiriert aber auch zahlreiche Leute – so wie Maurice Lichtenberg anfangs. Ob Maurice aber so weit gehen würde wie Johnson, findet Leon Windscheid im Gespräch mit ihm in einem Biohacking Club in München heraus.
Doch woher kommt unser negativer Blick aufs Alter? Und wie hat er sich verändert? Im Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa erfährt Leon: Früher war hohes Alter ein Zeichen von Erfahrung und Autorität. Heute dagegen gilt es oft als Makel. Unsere Gesellschaft ist auf Beschleunigung programmiert: Wer langsamer wird, fällt raus. Dagegen hält Rosa seinKonzept der Resonanz: Nur im bewussten Austausch mit unserer Umwelt und in der Akzeptanz der Endlichkeit kann gutes Leben – und damit auch gutes Altern – gelingen.
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