Schreibprojekt schafft geschützten Raum für trauernde Kinder und Jugendliche

Im Mittelpunkt des Projekts steht das Schreiben als Ausdrucksform: als Möglichkeit, Gedanken zu ordnen, Erinnerungen festzuhalten und Gefühlen Sprache zu geben. Vielleicht weil Vater oder Mutter gestorben sind, Oma oder Opa, ein Geschwisterkind oder ein guter Freund. Es darf aber auch Trauer über den Verlust eines geliebten Haustieres beschrieben werden. Kinderund Jugendliche erhalten die Einladung, darüber eigene Texte zu verfassen – in ihrem eigenen Tempo, in ihrer eigenen Form und mit dem Maß an persönlicher Nähe, das für sie stimmig ist.
Das Projekt versteht sich als offenes Angebot. Es richtet sich an junge Menschen von 6 bis 15 Jahren, die schreiben möchten, ohne sich messen zu müssen. Dabei sind alle Ausdrucksformen willkommen: persönliche Erinnerungen, Märchen, Kurzgeschichten, Gedichte, Briefe oder fragmentarische Texte. Selbstverständlich ist es möglich, sich dem Thema über fiktive Figuren oder symbolische Bilder zu nähern. Persönliche Erfahrungen können, müssen aber nicht im Mittelpunkt stehen.
Neben der individuellen Ausdrucksmöglichkeit verfolgt das Projekt auch ein gesellschaftliches Ziel: Trauer und Verlust sollen als Teil kindlicher Lebensrealität ernst genommen werden. Indem junge Menschen die Möglichkeit erhalten, ihre Erfahrungen in Worte zu fassen, entsteht ein Raum, in dem Zuhören, Verstehen und Mitgefühl gefördert werden. Dort, wo sonst oft überwiegend Erwachsene zu Wort kommen, schreiben hier Kinder für Kinder, Jugendliche für Jugendliche – und alle zusammen auch für eine erwachsene Leserschaft. Das Schreibprojekt lädt so dazu ein, eine neue Perspektive auf das Trauer-Schreiben zu eröffnen.
Categories: Allgemein
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