Rinder offenbar in Anhänger gehalten: ANINOVA zeigt Betrieb im Landkreis Augsburg an

Die Bilder wurden der Organisation zugespielt. Sie zeigen eine stark beengte Haltungssituation. Nach Einschätzung von ANINOVA steht den Tieren nicht ausreichend Platz zur Verfügung, um sich gleichzeitig hinzulegen. Auffällig sind zudem starke Verschmutzungen an Rücken und Flanken der Tiere. Diese lassen darauf schließen, dass die Rinder versucht haben, sich gemeinsam hinzulegen, dabei jedoch aufgrund des begrenzten Platzangebots übereinander liegen mussten.
Darüber hinaus wirkt der Bereich stark verschmutzt und mit Kot sowie Urin durchsetzt. Trockene Liegeflächen sind auf dem vorliegenden Material nicht erkennbar. Auch ausreichender Witterungsschutz scheint in der improvisierten Unterbringung nicht gewährleistet zu sein.
Ein weiterer zentraler Kritikpunkt betrifft die Versorgung der Tiere mit Wasser. Nach der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung muss Rindern jederzeit Zugang zu ausreichend Trinkwasser zur Verfügung stehen. Auf dem vorliegenden Bildmaterial ist jedoch keine Vorrichtung oder Einrichtung erkennbar, die eine dauerhafte Wasserversorgung der Tiere sicherstellt.
Besonders kritisch ist zudem, dass es sich bei der Unterbringung offenbar um einen gewöhnlichen Anhänger handelt, der zur dauerhaften Tierhaltung genutzt wird. Eine solche Haltung entspricht nach Einschätzung von ANINOVA weder den Anforderungen an eine tiergerechte Unterbringung noch den gesetzlichen Vorgaben.
Hinzu kommt, dass sich die Tierhaltung offenbar an einem Ort befindet, der vonöffentlichen Straßen aus kaum einsehbar ist. Die Haltung liegt versteckt und ist nur erkennbar, wenn man gezielt nach ihr sucht.
Nachdem ANINOVA aktuelles Bildmaterial vorlag und Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen waren, erstattete die Organisation eine Tierschutzanzeige beim zuständigen Veterinäramt des Landkreises Augsburg. Nach Angaben der Behörde führte diese Anzeige zu einer weiteren Kontrolle des Betriebs.
Das Landratsamt teilte zudem mit, dass die betreffende Tierhaltung in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 15-mal kontrolliert worden sei. Dabei seien wiederholt Beanstandungen festgestellt worden, die unter anderem zu tierschutzrechtlichen Anordnungen gegenüber dem Tierhalter geführt hätten. Auch vor und nach der Anzeige von ANINOVA seien Kontrollen durch Amtstierärztinnen erfolgt. Weitere Einzelheiten zu den Maßnahmen wurden aus Datenschutzgründen nicht mitgeteilt. Der Betrieb werde jedoch weiterhin engmaschig überwacht.
\“Dass Rinder offenbar dauerhaft in einem Anhänger gehalten werden, ist aus unserer Sicht völlig inakzeptabel\“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.\“Die Bilder zeigen deutlich, dass diese Form der Haltung weder artgerecht noch tierschutzkonform ist.\“
Der Fall zeigt einmal mehr, dass Missstände in der Tierhaltung häufig erst durch Hinweise aus der Bevölkerung oder durch zugespieltes Bildmaterial sichtbar werden.
\“Solange Tiere als Produktionsmittel betrachtet werden, sind solche Zustände leider keine Einzelfälle\“, so Peifer weiter.\“Wer Tierleid vermeiden möchte, kann dies am effektivsten durch eine pflanzliche Lebensweise.\“
ANINOVA stellt Medien auf Anfrage das vorliegende Bild- und Videomaterial zur Verfügung.
Weitere Informationen und ein Videohier.
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