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Reservistenverband drängt auf Pflichtwehrübungen für Reservisten/Präsident Bastian Ernst: Arbeitgeber sollen Freistellung nicht mehr blockieren können, Gründung einer Jugendorganisation geplant

 

Der neue Präsident des Reservistenverbandes, Bastian Ernst drängt auf gesetzliche Neuregelungen, um Unternehmen zur Freistellung von Personal für die Bundeswehr-Reserve zu zwingen.\“Deswegen bin ich für Pflichtwehrübungen, die durch die Arbeitgeber nicht blockiert werden können\“, sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der\“Neuen Osnabrücker Zeitung\“(noz).

Zwar dürften Reservisten in Friedenszeiten nicht zum Dienst gezwungen werden, doch müsse die bisherige Zustimmungspflicht der Arbeitgeber fallen, um Übungen von jährlich bis sechs Wochen zu ermöglichen, sagte er noz. Angesichts fast einer Million potenzieller Reservisten in Deutschland sieht Ernst in dem Modell einen entscheidenden Beitrag zur nationalen Sicherheit, von dem langfristig auch die Unternehmen profitierten.

Damit unterstützt der Verband den Vorstoß von Thomas Röwekamp (CDU). Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses hatte sich jüngst für eine Aufweichung des\“doppelten Freiwilligkeitsprinzips\“bei Wehrübungen ausgesprochen.

Der 39 Jahre alte Ernst aus dem niedersächsischen Delmenhorst ist im April zum neuen und bislang jüngsten Präsidenten des Reservistenverbandes gewählt worden. Als solcher will er unter anderem eine eigene Jugendorganisation für junge Reservisten gründen, so der Verteidigungspolitiker im noz-Interview weiter.

tpr

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Wortlaut-Passagen aus dem Interview:

Für einen typischen Reservisten sind Sie wahrscheinlich etwas zu jung. Der Altersdurchschnitt ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Das stimmt. Durch die Aussetzung der Wehrpflicht haben wir natürlich Nachwuchssorgen. Zudem haben wir immer noch zu wenige weibliche Mitglieder. Wir müssen wieder gezielt junge Reservisten für den Verband ansprechen. Deswegen will ich eine Jugendorganisation gründen, so wie Parteien sie auch haben. Wir können nicht so bleiben, wie wir sind. Mitneuen Strukturen können wir junge Menschen viel gezielter ansprechen und für ihre Belange eintreten.

…. Es gibt doch mehr als nur junge Schulabgänger, um Personal zu gewinnen. Deutschland hat fast eine Million Reservisten, die noch an Übungen teilnehmen dürften.

Dann müssen diese aber auch vom Arbeitgeber dafür freigestellt werden. Deswegen bin ich für Pflichtwehrübungen, die durch die Arbeitgeber nicht blockiert werden können. Reservisten dürfen in Friedenszeiten natürlich nicht gezwungen werden. Aber wenn der Arbeitgeber nicht mehr zustimmen müsste, wäre das eine große Hilfe. Wir reden da von vier bis sechs Wochen im Jahr. Aber das muss planbar sein, die Unternehmer müssen dann mit einem Jahr Vorlauf wissen, was für Übungen, wann und wie lange anstehen

Dennoch wären die Mitarbeiter bis zu sechs Wochen weg. Besteht nicht die Gefahr, dass Unternehmen dann weniger ehemalige Soldaten einstellen?

Ja, die Gefahr besteht, ich weiß auch dass der Freistellungsanspruch bei Arbeitgebern nicht besonders beliebt ist. Aber aktuell haben wir eher einen Arbeitnehmermarkt. Unternehmen können an Attraktivität gewinnen, wenn sie Übungen für die Reservisten fördern. Zudem leisten sie einen Beitrag zur Sicherheit im Land. Auch die Unternehmen profitieren von einem verteidigungsfähigen Deutschland.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Contentvon: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 16. April 2026.

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