Refactoring 101: Diese vier Schritte garantieren langfristige Softwarequalität

In der Praxis zeigt sich, dass Refactoring weit mehr ist als eine rein technische Maßnahme. Damit Verbesserungen an der Codebasis langfristig wirken, braucht es ein klares Verständnis für Ziele, Grenzen und Abläufe. Auf welche Prinzipien es dabei ankommt und wie sich Refactoring strukturiert in den Entwicklungsalltag integrieren lässt, hat Avision auf Basis langjähriger Projekterfahrung zusammengefasst:
1. Klare Grenzen setzen und schrittweise vorgehen
Refactoring sollte bewusst begrenzt und kontrolliert erfolgen. Statt großflächiger Umbauten sind klar definierte, kleinere Änderungen entscheidend, die sich überprüfen lassen. In der Praxis hat sich daher ein schrittweises Vorgehen mit kleinen Commits bewährt, mit dem Anpassungen direkt getestet und nachvollzogen werden können. Ebenso wichtig ist eine klare Abgrenzung des Scope: Welche Bereiche sollen optimiert werden und welche nicht? Ohne diese Grenzen besteht die Gefahr, dass das Refactoring-Projekt ausufert. Das führt nicht nur zu steigender Komplexität, sondern gefährdet auch Zeitpläne und die Akzeptanz im Team.
2. Umfassendes Testkonzept einführen
Tests sind kein Nice-to-have, sondern die zentrale Voraussetzung dafür, dass ein Refactoring überhaupt verantwortbar ist. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Unternehmen davon profitieren, Tests bereits vor dem eigentlichen Refactoring zu erstellen, um das bestehende Verhalten der Software abzusichern. Erst diese Basis macht sichtbar, ob sich durch Änderungen ungewollt Funktionalität verändert. Je nach Kritikalität des Code-Bereichs kommen unterschiedliche Testarten in Frage, vor allem Unit-Tests, Integrations- und End-to-End-Tests sind dabei entscheidend.
3. Refactoring als Prozess verstehen
Refactoring entfaltet seine größte Wirkung, wenn es nicht als einmaliges Großprojekt verstanden wird, sondern als fester Bestandteil der kontinuierlichen Softwareentwicklung. So lässt sich vermeiden, dass technische Schulden über Jahre anwachsen und irgendwann nur noch mit hohem Aufwand abgebaut werden können.Ein bewährter Ansatz ist dabei, den Code bei jeder Änderung ein Stück besser zu hinterlassen, als man ihn vorgefunden hat. Wurde das Refactoring über längere Zeit vernachlässigt, reicht ein rein inkrementeller Ansatz allerdings oft nicht aus. In solchen Fällen ist es sinnvoll, gezielt zusätzliche Phasen einzuplanen, etwa technische Sprints oder dedizierte Projekte zur Reduktion technischer Schulden.
4. KI nur gezielt einsetzen
Künstliche Intelligenz kann Refactoring wirkungsvoll unterstützen, wenn sie bewusst eingesetzt wird. Besonders hilfreich ist KI dort, wo sie Entwickler bei klar definierten Aufgaben entlastet, etwa beim Erstellen von Unit-Tests, beim Umstrukturieren von Methoden oder bei der Reduzierung von Code-Duplizierungen. Weniger zielführend ist der Versuch, große Codebereiche oder ganze Anwendungen vollständig von einer KI mit einem Refactory-Ansatz optimieren zu lassen. Gerade bei gewachsenen Legacy-Systemen bleibt fachliche Bewertung durch die Fachseite und Entwickler unverzichtbar. Effektiv wird KI deshalb nicht als Autopilot, sondern als unterstützendes Werkzeug. Der Mensch bleibt weiter in der Verantwortung für Architektur, Logik und Qualität.
„Refactoring ist eine notwendige Investition in die Zukunftsfähigkeit von Software“, sagt Nadine Riederer, Geschäftsführerin bei Avision. „Es geht darum, den eigenen Code systematisch aufzuräumen und sinnvoll zu modernisieren, bevor echte Probleme entstehen. Sicherlich, das Refactoring ist mit Zeitaufwand verbunden und liefert meistens keine spannenden neuen Features. Aber es schafft die Grundlage, Software stabil weiterzuentwickeln, technische Schulden zu vermeiden und neue Anforderungen verlässlich umzusetzen.“
Dieses Listicle und das Bild in höherer Auflösung können unter www.pr-com.de/companies/avision abgerufen werden.
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