Pflegeversorgung in Deutschland weder finanzierbar noch fair / Brossardt:\“Flächendeckende und hochwertige Versorgung braucht verlässliche Rahmenbedingungen\“

Die vbw bewertet die Reformvorschläge der Bund-Länder-Arbeitsgruppe\“Zukunftspakt Pflege\“als enttäuschend.\“Die Kosten der sozialen Pflegeversicherung laufen aus dem Ruder. Der Anstieg des Beitragssatzes ließ sich zuletzt nur durch ein Darlehen aus dem Bundeshaushalt verhindern. Das ist keine nachhaltige Lösung. Nötig sind tiefgreifende Strukturreformen: Wir brauchen als Ergänzung zur umlagefinanzierten sozialen Pflegeversicherung eine verpflichtende kapitalgedeckte private Vorsorge. Diesemuss die Kosten abdecken, die die gesetzliche Pflegeversicherung, auch aufgrund der demografischen Entwicklung, nicht tragen kann. So wird eine übermäßige Belastung der jüngeren Beitragszahler verhindert\“, sagt Brossardt.
In Zukunft müssen auch die Versorgungsstrukturen an den wachsenden Bedarf angepasst werden. Dazu Brossardt:\“Um eine flächendeckende und hochwertige Versorgung aufrecht zu erhalten, müssen Betreiber von ambulanten und stationären Pflegedienstleistungen bessere Rahmenbedingungen und eine verlässliche Vergütung vorfinden. Nach Berechnungen des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste belaufen sich die Zahlungsrückstände der Sozialhilfebehörden auf fast eine halbe Milliarde Euro – allein gegenüber den vollstationären Pflegeeinrichtungen. Das ist nicht hinnehmbar.\“
Laut vbw muss der Pflegeberuf attraktiver werden – nicht nur, um neues Personal zu gewinnen, sondern auch, um Fachkräfte zu halten.\“Wir brauchen auch künftig Pflegekräfte aus dem Ausland. Das in Bayern eingeführte Fast-Lane-Verfahren zur Beschleunigung der Einreise- und Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegefachkräfte ist ein Game Changer. Zusätzlich müssen konsequent technische und digitale Lösungen zur Entlastung von Pflegekräften zum Einsatz kommen\“, so Brossardt abschließend.
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