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Noch lange nicht am Ziel / Kommentar der\“Fuldaer Zeitung\“zum Weltfrauentag (7. März 2026)

 

Der Weltfrauentag ist mittlerweileüber 100 Jahre alt. Ein Blick zurück zeigt, dass sich seit seiner Einführung einiges verändert hat – zum Besseren. Frauen dürfen wählen, studieren, einen Job annehmen ohne dafür die Erlaubnis von Ehemann oder Vater zu brauchen, Eigentum besitzen und über ihren Körper bestimmen. Zumindest in der Theorie. Denn wer genau hinschaut, wird sich eingestehen müssen, dass eben doch nicht alles so rosig ist.

Ja, wir leben 2026 in einer Welt, in der Frauen so sichtbar, so laut, so meinungsstark, so kompetent und so präsent sind wie nie zuvor. Wir führen internationale Unternehmen, leiten Forschungsteams, stehen an der Spitze politischer Institutionen und fliegen ins All. All das war zu Zeiten der deutschen Sozialistin Clara Zetkin, auf deren Initiative die Einführung des jährlichen internationalen Kampftages für die Rechte der Frauen beschlossen wurde, nicht denkbar gewesen. Würde sie noch leben, würde sie sich sicher über all die erreichten Fortschritte freuen.

Braucht es den Weltfrauentag dannüberhaupt noch? Reicht uns das, was wir erreicht haben? Die Antwort lautet: Nein. Auch hier würde Zetkin klar zustimmen.

Denn auch wenn die Fortschritte nicht kleingeredet werden sollten, dürfen wir die Realität nicht romantisieren. Ungleichheit existiert noch immer – hartnäckig wie eh und je. Frauen verdienen trotz gleicher Qualifikation in Deutschland noch immer weniger als Männer. Unbezahlte Care-Arbeit liegt noch immer überwiegend auf weiblichen Schultern. Sexismusim Netz nimmt zu. Frauen müssen noch immer Angst haben, wenn sie nachts allein auf der Straße unterwegs sind. Und wenn etwas passiert, müssen sie sich auch noch die Frage gefallen lassen:\“Was hattest du denn an?\“Guckt manüber den westlichen Tellerrand hinaus, sieht die Lage sogar noch einmal schlimmer aus.

Der Weltfrauentag ist also alles andere alsüberflüssig geworden. Es geht nicht darum, Frauen auf einen Sockel zu heben und sie mit Blumen zu überhäufen. Es geht um Sichtbarkeit. Solange es häusliche Gewalt gibt, solange Frauen weltweit aufgrund ihres Geschlechts bedroht, diskriminiert oder mundtot gemacht werden, solange braucht es diesen Kampftag. Als Impuls, damit wir nicht selbstgefällig werden in dem Glauben, das Ziel sei erreicht.

Pressekontakt:

Fuldaer Zeitung
Bernd Loskant
Telefon: 0661 280-445
Bernd.Lofkant@fuldaerzeitung.de

Original-Content von: Fuldaer Zeitung,übermittelt durch news aktuell

Posted by on 6. März 2026.

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Categories: Allgemein

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