Neun Sätze, die bei scheiternden IT-Projekten verdächtig oft fallen

Zwischen Kick-off, Abstimmungsrunden und hektischen Statusmeetings entwickeln viele Projekte eine ganz eigene Dynamik. Dabei werden Probleme durchaus schnell mal vertagt, Risiken kleingeredet und ein gar nicht mal so angebrachter Optimismus ersetzt Schritt für Schritt den Realitätsbezug. Besonders auffällig: Kurz vor dem Aufprall fallen oft immer wieder dieselben Sätze. Avision hat die Klassiker in dieser Kategorie gesammelt:
Vor dem Projekt: Auf die Plätze, fertig, fail!
„Das müssen wir erst einmal alles vollständig erfassen.“
Klingt verantwortungsvoll, ist aber oft der schönste Weg, um nie anzufangen. Während noch fleißig gesammelt wird, ist das Projekt gedanklich schon in der Warteschleife.
„Wir brauchen erst eine vollständige Dokumentation der fachlichen Anforderungen.“
Vollständigkeit klingt professionell, ist in komplexen IT-Projekten aber oft vor allem eines: theoretisch. Während noch die letzten Sonderfälle dokumentiert werden, verändern sich Anforderungen längst wieder. Wer erst starten will, wenn wirklich alles geklärt ist, legt oft einen Fehlstart hin – oder kommt gar nicht erst von der Stelle.
„Wenn wir das machen, dann müssen wir es richtig machen.“
Klingt vernünftig und wird deshalb selten hinterfragt. Das Problem: Was genau „richtig“ eigentlich bedeutet, bleibt oft erstaunlich offen. Der Satz wird so schnell zur perfekten Ausrede, um Entscheidungen weiter zu vertagen.
Während des Projekts: Ende auf halber Strecke?
„Ich habe da die neueste Version verwendet.“
Ein Satz, der selten gute Nachrichten einleitet. Was für eine neue Version? Und plötzlich arbeitet jeder an einer anderen – nur nicht dort, wo es richtig gewesen wäre.
„Das haben wir immer so gemacht.“
Aus historischer Sicht ist das durchaus korrekt, aus fachlicher Sicht ist es jedoch oft der Ausgangspunkt einer beachtlichen Fehlerkette. Routine ist im IT-Projekt nur dann hilfreich, wenn sich nichtsändert. Spoiler: Das passiert nie.
„Die Datenmigration haben wir noch nicht getestet.“
Ein Detail, das gerne bis kurz vor knappübersehen wird. Also genau bis zu dem Moment, in dem es kein Detail mehr ist, sondern ein stattliches Problem.
Zum Ende des Projekts: Implosion auf den letzten Metern!
„Wir müssen nur noch ein paar Schnittstellen ändern.“
„Nur noch“ ist in IT-Projekten selten beruhigend. Meistens steckt dahinter: Wir haben gerade erst angefangen, das Problem zu verstehen. Auch sind Schnittstellen kein Beiwerk, sondern genauso wichtig wie komplex.
„Das testen wir erst später.“
„Später“ ist im gleichen Maße optimistisch wie relativ. Vor allem dann, wenn dieses „später“ kurz vor dem Go-live liegt. Diagnose: typischer Fall von Aufschieberitis.
„Das ziehen wir im Betrieb glatt.“
Der Betrieb als Reparaturwerkstatt: funktional gedacht, strategisch eine schlechte Idee, operativ eine Katastrophe für die Betroffenen. Vermutlich das Äquivalent zur alten Baustellenweisheit: „Den Rest macht der Maler.“
„Viele dieser Sätze klingen im ersten Moment sogar vernünftig – und genau das macht sie so gefährlich“, sagt Nadine Riederer, Geschäftsführerin von Avision. „Sie verbergen aber meist ein Aufschieben, Kleinreden oder falsche Einschätzungen. Wem diese Warnsignaleauffallen, kann dennoch einen kühlen Kopf behalten, immerhin kann die richtige Kommunikation in Kombination mit rechtzeitig eingeleiteten Gegenmaßnahmen immer noch den großen Knall verhindern.“
Dieses Listicle und das Bild in höherer Auflösung können unter www.pr-com.de/companies/avision abgerufen werden.
Categories: Allgemein
No Responses Yet
You must be logged in to post a comment.