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Neuer Widerrufsbutton ab 2026: Händlerbund entwickelt Lösung und mahnt zur Vorsicht

 

Ab dem 19. Juni 2026 müssen nahezu alle B2C-Online-Shops Verbrauchern eine digitale Widerrufsfunktion bereitstellen. Der sogenannte Widerrufsbutton soll es Kunden ermöglichen, ihren Widerruf einfach und eindeutig online zu erklären. Ziel der Regelung ist es, den Verbraucherschutz zu stärken und den Widerrufsprozess zu vereinfachen.

Pflicht für fast alle B2C-Shops

Die Pflicht zur Bereitstellung eines Widerrufsbuttons betrifft nicht nur klassische Online-Händler. Auch Handmade-Shops, die in vielen Fällen das Widerrufsrecht für individualisierte Ware ausschließen, sollten den Button integrieren. Entscheidend ist nicht das Sortiment, sondern die grundsätzliche Möglichkeit, dass über den Shop Verträge geschlossen werden, für die ein gesetzliches Widerrufsrecht bestehen kann.

Klare Anforderungen an Gestaltung und Ablauf

Der Gesetzgeber lässt beim Widerrufsbutton wenig Spielraum. Die Widerrufsfunktion muss für Kunden klar erkennbar und leicht erreichbar sein – entweder als deutlich sichtbarer Button oder als eindeutig benannte, verlinkte Funktion. Der Widerruf selbst muss digital und unmissverständlich erklärt werden können.

Entscheidend ist aber nicht nur der Klick. Dahinter muss ein vollständig funktionierender, rechtssicherer Prozess stehen: Die Widerrufserklärung muss tatsächlich beim Händler ankommen, der Eingang ist unverzüglich zu bestätigen und der gesamte Ablauf muss nachvollziehbar dokumentiert werden. Genau an diesen Punkten zeigt sich in der Praxis, wie fehleranfällig die Umsetzung sein kann.

Kritik: Der Widerrufsbutton schützt nicht vor Betrug

Der Widerrufsbutton soll Verbraucher vor unseriösen Praktiken schützen. Tatsächlich sollten Verbraucher dennoch wachsam sein und sich nicht allein auf das Vorhandensein dieser Funktion verlassen.

Der Button sagt weder etwasüber die Einhaltung weiterer Informationspflichten aus noch darüber, ob Rückabwicklungen in der Praxis tatsächlich reibungslos erfolgen. Händlerbund-CEO Tim Arlt sagt dazu:\“Verbraucherschutz entsteht nicht allein durch ein technisches Element, sondern durch transparente Informationen, klare Vertragsbedingungen und erreichbare Ansprechpartner.\“

Unterstützung für Händler bei der Umsetzung

Gleichzeitig stellt die neue Pflicht viele Händler vor technische und rechtliche Herausforderungen. Die Bundesregierung selbst scheint mit einem Erfüllungsaufwand von 1.000 Euro pro Shop zu rechnen. Der Händlerbund arbeitet daher an einer zentralen und günstigen Widerrufsbutton-Lösung für seine Mitglieder, die die gesetzlichen Vorgaben vollständig abbildet und eine rechtssichere Umsetzung erleichtern soll. Interessierte Händler können sich ab jetzt hier voranmelden:Zur Anmeldung

Fazit

Der Widerrufsbutton kann den Widerrufsprozess vereinfachen, ist aber kein Allheilmittel. Für Händler bedeutet er zusätzlichen Umsetzungsaufwand, für Verbraucher bietet er lediglich einen weiteren Zugang zum Widerrufsrecht. Entscheidend bleiben transparente Informationen und faire Prozesse auf beiden Seiten.

Posted by on 11. Februar 2026.

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Categories: Allgemein

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