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Neuberufung: Franziska Rein tritt PHKA-Professur für Geschichte und ihre Didaktik an

 

Inklusive Geschichtsdidaktik, historische Bildung postkolonial und Holocaust Education– zu diesen und weiteren Themen forscht und lehrt Franziska Rein. Vergangenen Monat hat die Sonderpädagogin und Geschichtsdidaktikerin ihre Professur für Geschichte und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA) angetreten. Die Wissenschaftlerin folgt auf Prof. Dr. Frank Meier, der in Ruhestand gegangen ist.„Geschichtsunterricht sollte alle Schüler:innen gleichermaßen berücksichtigen“, sagt Franziska Rein. Deshalb sei es wichtig zur Frage zu forschen, wie Geschichtsunterricht für alle gelingen könne, und entsprechende Konzepte für Lernen und Lehren zu entwickeln. Darum geht es in ihrem Forschungsschwerpunkt inklusive Geschichtsdidaktik. Wobei inklusiv weit gefasst ist und mehr meint als Behinderung, so auch Geschlecht oder Herkunft. Eine Möglichkeit, inklusive Geschichtsdidaktik zu realisieren sei beispielsweise, die Lebensgeschichte von Schüler:innen als Ausgangspunkt für historische Bildung zu nehmen, erläutert die Wissenschaftlerin, die auch zu Holocaust Education forscht. Hier geht es um die Frage, welche didaktischen Konzepte geeignet sind, um Schüler:innen eine Auseinandersetzung mit der Shoa zu ermöglichen. Zusammen mit internationalen Wissenschaftler:in­nen erforscht sie verschiedene Perspektiven auf den Holocaust und Holocaust Education, um Forschung und Lehre besser zu verzahnen.Eingebettet in diese Forschung ist auch ein geschichtsdidaktisches Seminar zu Art Spiegelmans Graphic Novel„Maus. Die Geschichte eines Überlebenden“, das Franziska Rein dieses Semester an der PHKA anbietet. Es geht darum, gemeinsam mit den Studierenden zu überlegen, wie der Holocaust anhand dieses 1992 mit Pulitzer-Preis ausgezeichneten Mediums reflektiert und unterrichtet werden kann. Dabei habendie Studierenden die Möglichkeit, sich unter anderem mit Kommiliton:innen der Universität Auburn (USA) auszutauschen. Rein bietet an der PHKA Seminare sowohl im Rahmen des Lehramtsstudiums Grundschule als auch des Lehramtsstudiums für die Klassen 5 bis 10 an Haupt- und Realschulen an.„In meiner Lehre ist mir die Verzahnung von fachwissenschaftlichen und -didaktischen Perspektiven wichtig“, unterstreicht die Professorin. Denn eine gute theoretische Fundierung sei essentiell für die spätere Praxis an der Schule. So seien zukünftige Lehrpersonen unter anderem in Verantwortung dafür, welche Themen oder Schwerpunkte sie im Geschichtsunterricht setzen, welche Quellen und Materialien sie auswählen und warum. Beispielsweise zum Thema Kolonialismus. „Koloniale Kontinuitäten, Machtstrukturen und Wissensordnungen prägen historische Bildungsprozesse bis heute“, erläutert Rein. Deshalb forscht sie auch zur Frage, wie sich historische Bildung dekolonial denken und gestalten lässt. Ein von ihr mitherausgegebener Sammelband zu diesem Thema erscheint nächsten Monat. „Es geht immer darum, sich zu fragen: Welche Geschichte(n) wollen wir erzählen und welche Gesellschaft wollen wir sein?“, sagt Rein.Zur PersonFranziska Reinhat Sonderpädagogik mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung, Sprache und Kommunikation sowie Geschichte und Deutsch an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg studiert und wurde dort zur historischen Sinnbildung von Schüler:innen promoviert. Weitere akademische Stationen waren das Historische Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und zuletzt die Universität Hildesheim. Dort war sie Juniorprofessorin für Geschichts­didaktik. Außerdem hat Franziska Rein mehrere Jahre als Sonderschullehrerin gearbeitet.

Posted by on 26. Oktober 2026.

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Categories: Allgemein

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