\“nd.DerTag\“: Mannosphäre im Stadtrat – Kommentar zu Angriffen auf die Gleichstellungsarbeit

Was besonders alarmierend ist: Auch Gleichstellungsbeauftragte sind vermehrt verbaler Gewalt und Drohungen ausgesetzt, vielfach agieren die Täter anonym im digitalen Raum. Sie werden also gezielt eingeschüchtert. Dabei setzen sie ein Verfassungsgebot um: Sie senken Hürden beim Zugang zu Jobs in öffentlichen Einrichtungen, zu Schutz vor Gewalt und zu politischer wie gesellschaftlicher Teilhabe von Frauen und queeren Personen.
Ein nicht unerheblicher Teil der Attacken ist dabei Teil von Kampagnen antifeministischer Netzwerke. Die werden mehrheitlich von Männern getragen, die den Feminismus für die Ursache all ihrer Probleme halten und dafür sorgen wollen, dass Frauen wieder ihren\“natürlichen\“Platz im Heim und am Herd einnehmen und sich um den Fortbestand der Familie kümmern. Feministischer Widerstand gegen Misogynie darf deshalb nicht nur dann auf die Straße getragen werden, wenn Prominente von Hass betroffen sind. Protest muss sich eben auch gegen alltägliche Attacken auf Gleichstellungsstrukturen richten. Denn deren Abbau hat konkrete Folgen für die Nachbarin, die ihrem prügelnden Ehemann entkommen will.
Und natürlich müsste eine feministische Bewegung auch ökonomische Rahmenbedingungen in den Blick nehmen: Die Priorisierung der Aufrüstung verschärft gerade konkret die ohnehin desolate Finanzlage der Kommunen. In dieser Situation bauen Verwaltungen nämlich nicht aus Frauenhass, sondern aus dem Zwang zu Ausgabenkürzungen heraus Stellen ab.
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