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\“nd.DerTag\“: KI-Regulierung als Luftnummer – Kommentar zum Zwischenfall beim Testlauf neuer KI-Modelle der US-Techfirma Open-AI

 

Wie gefährlich ist Künstliche Intelligenz (KI)? Der aktuelle Vorfall mit dem aus dem Ruder gelaufenen Test neuer Modelle beim US-Softwarekonzern Open-AI gibt der schon lange laufenden Debatte neue Nahrung. Das Unternehmen selbst gibt sich reumütig und räumt ein, in dem letztlich glimpflich abgelaufenen Vorfall fahrlässig gehandelt zu haben. Und verspricht künftig bessere Sicherheitsvorkehrungen.

Doch dabei kann man es nicht belassen, denn es geht nicht um einen Einzelfall und auch nicht um eine falsche Anwendung. Es gibt zunehmend systemische Probleme mit neuen KI-Tools, und das nicht nur wegen des massiv steigenden Ressourcenverbrauchs. Zum einen greifen diese offensichtlich selbstständig zu rabiaten Methoden, um ein gestecktes Ziel zu erreichen. Zum anderen sind sie immer besser in der Lage, Sicherheitslücken in IT-Systemen aufzuspüren.

Das mag Firmenkunden und Behörden freuen, die auf diese Weise ihre IT-Infrastruktur sicherer machen können. Aber eben auch Leute, die gerne davon Gebrauch machen, wenn Künstliche Intelligenz eigene Cyberattacken schneller werden lässt und schwerer auffindbar macht. Neue KI-Modelle machen das Internet nicht sicherer, sondern beschleunigen den Wettlauf zwischen Angriff und Verteidigung ins Extreme, wie Fachleute warnen.

Die wirtschaftsliberale Idee, ungeregelte Konkurrenz der Anbieter wird das Sicherheitsproblem schon irgendwie lösen, führt auch hier in die Irre. Denn die lange Leine verschärft das Problem nur. So versucht Open-AI mit dem jetzt in Verruf geratenen Modell GPT5.6 gegenüber dem Wettbewerber Anthropic aufzuholen, dessen Tools beim Aufspüren von Sicherheitslücken derzeit die Nase vorne haben.

Staatliche Regulierung und unabhängige Kontrollen des KI-Ökosystems wären der einzig gangbare Weg. Den Markt dominieren aber dummerweise die USA, die gerade unter der Trump-Regierung an so etwas überhaupt kein Interesse haben. Sie belassen es bisher bei Appellen an freiwillige Vorkehrungen der Tech-Konzerne. Man will die auch bei Exporten mittlerweile wichtigste Branche im Land nicht verärgern.

Bei der Trump-Administration kommt noch hinzu, dass sie Markteingriffe grundsätzlich ablehnt und bei ihren eigenen punktuellen Eingriffen politische Interessen verfolgt. Die kürzliche Sperrung von neuen Anthropic-Modellen hatte auch damit zu tun, dass das Unternehmen den Ultrarechten unangenehm aufgefallen war, da es die Nutzung seiner Modelle für autonome Waffensysteme des US-Militärs nicht zulässt.

Langfristig müssten KI-Systeme entwickelt werden, deren Sicherheit und Zuverlässigkeit systematisch überprüft und nachvollziehbar bewertet werden können. Dafür braucht es nicht nur technische Schutzmechanismen, sondern auch unabhängige Forschung und mehr staatliche Kontrolle. Da dies im fundamentalen Widerspruch zu den Geschäftsinteressen von Open-AI&Co. steht, dürfte es damit nichts werden. In den USA bleibt KI-Regulierung bis auf Weiteres eine Luftnummer.

Pressekontakt:

nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

Original-Contentvon: nd.DerTag / nd.DieWoche,übermittelt durch news aktuell

Posted by on 22. Juli 2026.

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