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Lucky Bike:„Der Radmarkt kehrt in die Normalität zurück“Interview mit Geschäftsführer Christian Morgenrothüber die aktuelle Lage und Trends im Fahrradhandel

 

Wie beschreiben Sie die aktuelle Lage im Fahrradhandel?
Die letzten sechs Jahre waren wohl die turbulentesten, die unsere Branche je erlebt hat. Wir hatten in der Corona-Zeit einen regelrechten Nachfrageboom– jedes Rad fand sofort einen Käufer, Lieferengpässe machten es zu einem klassischen Verkäufermarkt. Dann kam der Umschwung: volle Lager, gesunkene Nachfrage, ein Überangebot und aggressive Preisaktionen. Diese Phase der Unordnung hat den Markt stark durchgeschüttelt. Aber jetztsieht es anders aus: Nachfrage und Angebot befinden sich wieder im Gleichgewicht. Ich bin überzeugt, 2026 wird für den Fahrradmarkt ein Jahr der Stabilität.

Was bedeutet das für die Händler?
Solche Marktdellen haben auch ihr Gutes. Sie zwingen dazu, die eigenen Strukturen kritisch zu hinterfragen. Wer in den vergangenen Jahren seine Prozesse optimiert, Bestände im Griff behalten und in Kundenbindung sowie Service investiert hat, steht jetzt deutlich besser da. Erfolg haben jene, die mehr bieten als nur den besten Preis – etwa Leasinglösungen, Finanzierungsmöglichkeiten oder einen herausragenden Werkstattservice.

Wie stark beeinflusst die allgemeine Wirtschaftslage den Fahrradmarkt?
Deutlich stärker, als viele denken. Jobängste oder wirtschaftliche Unsicherheiten wirken sich unmittelbar auf Konsumverhalten und Leasingentscheidungen aus. Wenn Arbeitnehmende um ihren Arbeitsplatz bangen, wird kein Dienstrad geleast. Daher hoffen wir auf einen stabilen Arbeitsmarkt und gute konjunkturelle Rahmenbedingungen – die Prognosen für 2026 und 2027 sind da durchaus positiv.

Welche Trends bestimmen aktuell die Richtung?
Ganz klar: Der Trend geht zu leichten und smarten Bikes. Wir verlassen das Wettrüsten um immer größere Akkus und stärkere Motoren. Moderne E-Bikes sind filigraner, effizienter und oft kaum noch als solche zu erkennen. Das schafft neue Zielgruppen.
Ein Dauerbrenner bleibt das Gravel Bike– es steht für Lifestyle, Vielseitigkeit und Alltagstauglichkeit zugleich. Vor allem im urbanen Raum ist es ein Statement. Aber auch das klassische Rennrad erlebt eine kleine Renaissance, gerade im sportiven Freizeitbereich.
Technologisch tut sich viel: automatische Schaltungen, App-basierte Systeme wie Bosch Flow, smarte Anti-Diebstahl-Lösungen oder ABS-Systeme zeigen, wie digital und hochwertig die Branche inzwischen arbeitet.

Was bedeutet all das für Lucky Bike?
Wir gehen optimistisch ins Jahr 2026. Unsere Bestände sind sauber aufgestellt, das Preisniveau stabilisiert sich, und die Nachfrage passt. Das „New Normal“ mag weniger spektakulär sein als Boomzeiten – aber es ist gesund. Für Lucky Bike bedeutet das: weniger Ausnahmezustand, mehr Verlässlichkeit und damit beste Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum.

Posted by on 28. Januar 2026.

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Categories: Allgemein

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