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Leichte Stabilisierung, aber kein Aufschwung

Die Wirtschaft in der Region ist auch im zweiten Quartal 2026 weit entfernt von einem Aufschwung. Die Geschäftslage stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. Etwas positiver blicken die Unternehmen in die Zukunft, wohl auch aufgrund der kurzzeitigen Entspannung im Nahost-Konflikt.  „Das kann sich mit der neuen Eskalation in der Krisenregion aber schnell wieder ändern“, sagt Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK-Heilbronn-Franken.

Die geopolitischen Spannungen geben die Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken auch im zweiten Quartal 2026 neben der schwachen Binnennachfrage und den hohen Arbeitskosten als größte Geschäftsrisiken an. „Die Verunsicherung bleibt also, auch wenn sich die Stimmung in den Betrieben im Frühsommer mit der Freigabe der Straße von Hormus und der Waffenruhe im Iran-Krieg wieder etwas aufgehellt hat“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage unter 316 Betrieben in der Region Heilbronn-Franken.

Die Ergebnisse der Quartalsumfrage zeichnen ein gemischtes Konjunkturbild. Die aktuelle Geschäftslage ist – ähnlich wie im ersten Quartal 2026 – für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen „befriedigend“, 27 Prozent bezeichnen sie als „gut“ und 21 Prozent als „schlecht“. „Damit überwiegen zwar die positiven Rückmeldungen aus den Betrieben, der Saldo der Lagebeurteilungen liegt aber nach wie vor unter dem langfristigen Durchschnitt. Wir sind also weit entfernt von einem Aufschwung und erleben eher eine Seitwärtsbewegung der wirtschaftlichen Lage in der Region“, so Elke Döring.

Trotz besserer Exporterwartungen und stabileren Auslandsorders verbessert sich die wirtschaftliche Situation in den für die Region maßgeblichen Industriebetrieben nicht. Im Gegenteil: Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fällt in der Industrie sogar leicht schwächer aus als zu Jahresbeginn. Nur noch 27 Prozent der Betriebe (29 Prozent im Vorquartal) melden eine gute Geschäftslage, 53 Prozent kommen über ein „befriedigend“ nicht hinaus.

Positiv haben sich die Exporterwartungen verändert. 25 Prozent der Industrieunternehmen rechnen mit steigenden Ausfuhren (Vorquartal 18 Prozent), 14 statt 23 Prozent erwarten Rückgänge. Dementsprechend hat auch die Investitionszurückhaltung etwas abgenommen. 22 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) planen mehr Inlandsinvestitionen, rundein Viertel (Vorquartal 36 Prozent) will die Investitionen zurückfahren. „In keiner anderen Branche prägen die weltpolitischen Unsicherheiten das Stimmungsbild so sehr wie in der Industrie. Für zwei Drittel der Betriebe sind die geopolitischen Spannungen das größte Geschäftsrisiko, ein Spitzenwert“, sagt die IHK-Hauptgeschäftsführerin.

Am Bau geht das Auf und Ab weiter. Das Stimmungsbild hat sich in der Branche im zweiten Quartal 2026 leicht verbessert. 45 Prozent der Unternehmen (Vorquartal 37 Prozent) berichten von einem guten Geschäftsverlauf, bei 19 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) laufen die Geschäfte schlecht.

Die Betriebe klagen mehrheitlichüber fehlende Aufträge, in Teilbereichen aber hat sich die Auftragslage etwas verbessert. Ein Drittel der Betriebe (Vorquartal 13 Prozent) meldet steigende Auftragseingänge, 40 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) verzeichnen Rückgänge.

Vor allem im gewerblichen Hoch- und im Wohnungsbau laufen die Geschäfte schlecht. Im Wohnungsbau verzeichnen 84 Prozent der Betriebe Auftragseinbußen. Elke Döring: „Das ist das Gegenteil einer Wohnungsbauinitiative. Hier bleibt nur zu hoffen, dass die auf Landesebene geplante Einführung eines neuen Gebäudetyps mit vereinfachten Standards fürneue Impulse sorgt.“

Im Handel kann die Schere zwischen Groß- und Einzelhandel kaum weiter auseinandergehen. Während sich die Geschäftslage im Großhandel gegenüber dem Vorquartal spürbar verbessert hat, ist die Situation im Einzelhandel so schlecht wie seit 22 Jahren nicht mehr.

32 Prozent der Großhändler bewerten ihre Geschäftslage als gut. Das ist der höchste Wert seit vier Jahren.  Sowohl im produktionsverbindenden als auch im konsumnahen Großhandel ziehen die Geschäfte an. Entsprechend positiv sind die Zukunftserwartungen. Knapp ein Viertel der Betriebe rechnet mit einer besseren Entwicklung, zehn Prozentpunkte mehr als im Vorquartal.

Ganz anders die Entwicklung im Einzelhandel. Eine durch hohe Spritpreise und einen schwierigen Arbeitsmarkt zusätzlich gedämpfte Verbraucherstimmung drückt die Geschäftslage im Einzelhandel auf ein historisches Tief. Nur noch acht Prozent der Einzelhändlerinnen und -händler machen gute Geschäfte. Im Vorquartal waren es 20 Prozent. Nach wie vor beobachten 80 Prozent der Betriebe eine deutliche Kaufzurückhaltung bei ihrer Kundschaft. „Die Lage ist alarmierend. Abgesehen vom Lebensmitteleinzelhandel müssen die Händler neben der mauen Kauflaune eine Vielzahl an zusätzlichen Belastungen verkraften: Online-Konkurrenz, explodierende Kosten, Fachkräftemangel und Attraktivitätsverlust der Einkaufsmeilen sind strukturelle Probleme, die die Einzelhändler an ihre Grenzen bringen. Und wenn dann bei Galeria Kaufhof der Standort Heilbronn erneut in Frage gestellt wird, sorgt das zusätzlich für schlechte Stimmung bei Händlern und Kunden“, erklärt Elke Döring.

Im Dienstleistungssektor hat sich die Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorquartal spürbar verschlechtert. Das Verhältnis zwischen guter und schlechter Lageeinschätzung hat sich gegenüber dem Vorquartal umgekehrt. Inzwischen verzeichnen 25 Prozent der Dienstleister eine schlechte Geschäftslage, 22 Prozent berichten von guten Geschäften. 44 Prozent der Unternehmen melden sinkende Umsätze, 14 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Unter anderem bei den langjährigen Zugpferden im Dienstleistungsbereich, den ITK-Dienstleistern, haben sich die Geschäfte abgeschwächt.

Im Hotel- und Gaststättengewerbe hat die Fußball-WM die Stimmung im Frühsommer beflügelt. 21 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage. Im ersten Quartal lag dieser Wert noch bei null Prozent. Mit 15 Prozent hat sich die Zahl derjenigen mit einem schlechten Geschäftsverlauf gegenüber dem Vorquartal mehr als halbiert. Die Erwartungen sind allerdings weniger euphorisch. Die Zahl der Pessimisten überwiegt. Lediglich 13 Prozent der Betriebe blicken optimistisch in die Zukunft.

„Der erhoffte Frühjahrsaufschwung ist ausgeblieben. Vielmehr war das zweite Quartal 2026 sehr stark von temporären Ereignissen geprägt, die die Stimmung in den Unternehmen beeinflusst haben. Wir müssen abwarten, wie sich die Reformpakete der Bundesregierung, die verschärfte Lagein der Golfregion und die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Landesregierung auf die Geschäfte im Sommer auswirken“, bilanziert Elke Döring.

  

Posted by on 28. Juli 2026.

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Categories: Allgemein

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