KHAG vor abschließender Lesung / Eineüberfällige Einigung und viel Nachbesserungsbedarf

Reinhardt wies zugleich darauf hin, dass es im Nachgang noch zu Anpassungen kommen muss:\“Die Regelungen zur Vorhaltevergütung sind definitiv nicht ausgereift und werden in der Umsetzung so wahrscheinlich nicht funktionieren. Außerdem bleibt die ärztliche Weiterbildung die große Leerstelle der Reform – hier benötigen wir eine nachhaltige Förderung, wenn die Reform nicht in einigen Jahren am Mangel anqualifizierten Fachärztinnen und Fachärzten scheitern soll. Schließlich ist die Reform stark überfrachtet – von Mindestvorhaltezahlen über Sonderregelungen zur Onkochirurgie bis hin zu zahllosen überbürokratischen Meldepflichten. Hier muss in den kommenden Jahren Ballast abgeworfen werden, damit die Reform tatsächlich ihre Wirkung entfaltet\“.
Reinhardt kritisierte zudem die vielen handwerklichen Schwächen in der Leistungsgruppensystematik, dem zentralen Steuerungsinstrument der Reform:\“Das fängt mit den Problemen der Fallzuordnung durch den sogenannten Grouper an und setzt sich bei den Mindestqualitätsanforderungen für die einzelnen Leistungsgruppen fort. Die fachlich sinnvollen Empfehlungen des Leistungsgruppenausschusses sind leider nur unvollständig und teils fehlerhaftumgesetzt worden. Die Bundesärztekammer wird sich im Leistungsgruppenausschuss auch weiter für eine medizinisch-fachlich sachgerechte Weiterentwicklung der Leistungsgruppensystematik stark machen\“.
Schließlich betonte Reinhardt die Notwendigkeit, weitere Strukturreformen im Gesundheitswesen rasch anzugehen:\“Bund und Länder stehen nach dem Kompromiss zum KHAG nun in der Pflicht, auch die Reform der Notfallversorgung und die Reform der ambulanten Versorgung zügig auf den Weg zu bringen. Nur so lässt sich unser Gesundheitssystem langfristig stabilisieren. Die Zeit drängt. Beide Seiten haben mit dem KHAGgezeigt, dass eine Einigung möglich ist. Bei den nächsten Reformvorhaben muss das wesentlich schneller gehen\“.
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